Bilanzskandal bei Dax-Konzern Ex-Wirecard-Chef Braun verkauft Großteil seiner Aktien

Die Staatsanwaltschaft München hat den ehemaligen Wirecard-Chef Braun wegen des Bilanzskandals am Montagabend festnehmen lassen. Zuvor hat er große Aktienpakete abgestoßen, mit denen er Millionen erlöste.
Ex-Wirecard-Chef Markus Braun

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun

Foto: Michael Dalder/ REUTERS

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun hat einen großen Teil seiner Aktien an dem von einem Bilanzskandal existenzbedrohten Dax-Konzern abgestoßen. In einer Serie von Verkäufen hat Braun am Donnerstag und Freitag insgesamt 155 Millionen Euro erlöst, wie Wirecard in mehreren Ad-hoc-Mitteilungen an diesem Dienstagabend mitteilte.

Der im Bilanzskandal als Mittäter unter Verdacht stehende Braun war bislang mit einem Anteil von sieben Prozent auch größter Wirecard-Aktionär. Der Dax-Konzern hat insgesamt knapp 123,6 Millionen Aktien im Umlauf, Braun hat nun mehr als fünf Millionen seiner rund 8,7 Millionen Wirecard-Papiere verkauft. Die Wirecard-Papiere haben seit Mittwochabend über zehn Milliarden Euro an Wert verloren. Braun selbst dürften die Kursverluste um über eine halbe Milliarde Euro ärmer gemacht haben - zumindest auf dem Papier.

Auslöser waren demnach sogenannte "Margin Calls", ein Mittel, mit dem Wertpapiermakler Anleger zur Begrenzung von Verlusten zwingen können. Nach Berichten der "Financial Times" und der US-Finanznachrichtenagentur Bloomberg hatte Braun einen Teil seines Aktienanteils mit Krediten finanziert und die Papiere dafür als Sicherheiten hinterlegt.

Braun war am vergangenen Freitag wegen des Bilanzskandals um mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro zurückgetreten, die Münchner Staatsanwaltschaft hatte ihn am Montagabend festgenommen. Das Münchner Amtsgericht hat den Haftbefehl gegen hohe Auflagen außer Vollzug gesetzt. Braun muss fünf Millionen Euro Kaution hinterlegen und sich wöchentlich bei der Polizei melden.

hej/dpa

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