Ex-Wunderknabe Lars Windhorst muss 3,5 Millionen Euro zahlen

Die Anklage lautete auf Untreue, Betrug und Insolvenzverschleppung. Weil der einstige Vorzeigeunternehmer Lars Windhorst ein weitgehendes Geständnis ablegte, stellte das Berliner Landgericht das Verfahren gegen ihn zum Teil ein. Der 33-Jährige muss allerdings 3,5 Millionen Euro zahlen.

Unternehmer Windhorst: Prozess gegen Zahlung von 3,5 Millionen Euro eingestellt
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Unternehmer Windhorst: Prozess gegen Zahlung von 3,5 Millionen Euro eingestellt


Berlin - Der Prozess gegen den Unternehmer Lars Windhorst wegen Untreue, Betrugs und Insolvenzverschleppung ist am Freitag vom Berliner Landgerichts gegen Zahlung von 3,5 Millionen Euro teilweise eingestellt worden. Zudem wurde das Restverfahren ausgesetzt, weil das Gericht zunächst den Zahlungseingang abwarten will, bevor weiter verhandelt wird.

Die Millionenzahlung steht im Zusammenhang mit dem Betrugsvorwurf. Danach soll der Jungunternehmer im März 2001 ein Darlehen über umgerechnet zehn Millionen Euro unter Angabe falscher Sicherheiten erschlichen haben. Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, als Geschäftsführer zweier nach ihm benannter Firmen Insolvenzen verschleppt und 800.000 Euro von seinen Firmen für private Zwecke abgezweigt zu haben. Vor Gericht hatte der 33-Jährige die Vorwürfe über seinen Anwalt im Wesentlichen gestanden und Fehler eingeräumt.

Die Kammer kündigte an, den Prozess wegen Betrugs endgültig einzustellen, sollte der Angeklagte binnen sechs Monaten 2,5 Millionen Euro an den Darlehensgeber und eine weitere Million Euro an die Staatskasse zahlen. In diesem Fall würde es im künftigen Verfahren nur noch um den Vorwurf der Untreue gehen, sagte die Richterin.

Die übrigen Taten, darunter Insolvenzverschleppung, sollen im Hinblick auf die zu erwartende Strafe wegen der Untreuevorwürfe ebenso eingestellt werden. Dem heute in London lebenden Windhorst wurde dafür eine Bewährungsstrafe von einem Jahr sowie eine Geldstrafe in Aussicht gestellt.

Windhorst galt in den neunziger Jahren als junger Aufsteiger der deutschen Wirtschaft und reiste in Wirtschaftsdelegationen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Inzwischen hat er mehrere Insolvenzen hinter sich.

luk/dpa/ddp



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Seite 1
Steve111111 18.12.2009
1. Woher nehmen ? Er wird`s wohl stehlen....
Wie soll der 3,5 Mio aufbringen ? Ich denke , er hat bereits die Finger gehoben, und auch einige andere ins finanzielle Unglück gestürzt ?
Eodaari 18.12.2009
2. 3,5 Millionen Euro
Zitat von Steve111111Wie soll der 3,5 Mio aufbringen ? Ich denke , er hat bereits die Finger gehoben, und auch einige andere ins finanzielle Unglück gestürzt ?
Er ist doch den älteren Berichten über ihn nach nur Geschäftsführer für andere Hintermänner. Und die haben sicherlich genug Geld, um das Windei mal wieder auszulösen.
frubi 18.12.2009
3. .
Zitat von Steve111111Wie soll der 3,5 Mio aufbringen ? Ich denke , er hat bereits die Finger gehoben, und auch einige andere ins finanzielle Unglück gestürzt ?
Ach als ob so einer wie der jemald hungern müsste. Niemals. Diese Schlangen wissen doch ganz genau, wie man sich in diesem System zurecht findet.
Klo, 18.12.2009
4. +
Zitat von sysopDie Anklage lautete auf Untreue, Betrug und Insolvenzverschleppung. Weil der einstige Vorzeige-Unternehmer Lars Windhorst ein weitgehendes Geständnis ablegte, stellte das Berliner Landgericht das Verfahren gegen ihn zum Teil ein. Der 33-Jährige muss allerdings 3,5 Millionen Euro zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,667948,00.html
Windhorst war schon immer ein Windei. Am Ende kommt es immer raus, wenn man protegiert wurde, aber leider gar nichts kann. Man kann nur hoffen, dass er seine Schulden auf Heller und Pfennig zurückzahlt und wenn es bis ans Lebensende dauert. Wahrlich ist das kein Ruhmesblatt der Schuldenregierung Kohl und der deutschen Ökonomie.
Izmir.Übül 18.12.2009
5. Windbeutel
Zitat von sysopDie Anklage lautete auf Untreue, Betrug und Insolvenzverschleppung. Weil der einstige Vorzeige-Unternehmer Lars Windhorst ein weitgehendes Geständnis ablegte, stellte das Berliner Landgericht das Verfahren gegen ihn zum Teil ein. Der 33-Jährige muss allerdings 3,5 Millionen Euro zahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,667948,00.html
Es gab zur Zeit der New Economy-Euphorie ja noch mehr Windbeutel, die von ahnungslosen bzw. interessegeleiteten Journalisten & Politikern zu deutschen Pendants von Bill Gates oder Steve Jobs hochstilisiert wurden (z.B. irgend so ein Typ, der eine "Antiviren-Karte" erfunden hatte, die es m. W. aber niemals in den Handel geschafft hatte). Daher stehe ich solchen Lobeshymnen stets sehr skeptisch gegenüber.
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