Expansion in Norddeutschland Kartellamt will Hamburger Sparkasse bremsen

Die Haspa wird dem Kartellamt offenbar zu groß: Laut "Financial Times Deutschland" will die Behörde den Einstieg der Bank bei einem Konkurrenzinstitut stoppen. Es wäre das erste Mal, dass das Amt die Expansion einer Sparkasse untersagt.


Hamburg - Die Expansion der Hamburger Sparkasse (Haspa) in Schleswig-Holstein wird offenbar vom Bundeskartellamt gestoppt. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" wird die Behörde diese Woche den Einstieg der größten deutschen Sparkasse bei einem Konkurrenzinstitut untersagen. "Das wird definitiv abgelehnt", sagte ein Insider der Zeitung.

Es wäre das erste Mal, dass das Bundeskartellamt die Expansion einer Sparkasse untersagt. Zwar kommt es häufiger vor, dass Sparkassen fusionieren. In der Regel sind die Marktanteile der Beteiligten jedoch zu klein, um die Kartellwächter zu alarmieren. Die Haspa ist jedoch über Hamburg hinaus ein Schwergewicht.

Die Entscheidung zeichnet sich bereits seit dem November des vergangenen Jahres ab. Dennoch hatten es Beobachter auch für möglich gehalten, dass die Kartellbehörde den Einstieg noch unter Auflagen genehmigt. Mit Blick auf das laufende Verfahren wollten sich weder die Haspa noch das Kartellamt äußern.

Konkret geht es bei dem Plan um eine Minderheitsbeteiligung der Haspa Finanzholding. Diese will mit 25,1 Prozent bei der angrenzenden Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg einsteigen. Anders als andere Institute in Schleswig-Holstein gilt die Kreissparkasse als solide. Das Kartellamt befürchtet laut "FTD", die Häuser könnten in bestimmten Bereichen den Markt beherrschen.

ssu



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