Exportaussichten deutscher Unternehmen Außenseiter Autoindustrie

Deutsche Exporteure schätzen ihre Verkaufsaussichten laut Ifo-Institut zuversichtlich ein, trotz des starken Euro, der deutsche Produkte verteuert. Nur die Autoindustrie sieht kaum Chancen auf Exportzuwächse.

Produktion in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden
DPA

Produktion in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden


Trotz der Euro-Aufwertung bewerten die deutschen Unternehmen ihre Exportaussichten besser. Bei der in Deutschland wichtigen Autoindustrie kommt die positive Aussicht jedoch nicht an. "Nur die Automobil-Industrie musste einen merklichen Dämpfer verkraften", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest zur Umfrage unter 2700 deutschen Firmen. "Dort werden im Moment kaum Chancen auf Exportzuwächse gesehen."

Außer der Autoindustrie hätten sich die Exporterwartungen in nahezu allen wichtigen Branchen der deutschen Industrie verbessert", sagte Fuest. Das entsprechende Barometer stieg im September um 0,5 auf 18,7 Punkte. Auch der starke Euro, der deutsche Exporte verteuert, konnte die gute Stimmung bei den Exporteuren im Moment nicht trüben.

Ein Grund für die positive Stimmung - und die Diskrepanz zur Autobranche: Die Euro-Zone bleibt laut Ifo-Institut wichtigster Treiber für die deutschen Exporte. Dort spielen Wechselkursveränderungen keine Rolle, während die Aufwertung der Gemeinschaftswährung deutsche Waren in anderen Währungsräumen verteuert. Gerade die Autoindustrie exportiert viele Fahrzeuge nach Amerika und Asien.

Insbesondere Unternehmen aus dem Bereich Metall-Erzeugung und -Bearbeitung gehen von deutlich besseren Geschäften mit dem Ausland aus. Im Glasgewerbe und in der Keramik kletterte das Barometer auf einen Höchstwert.

Der Euro hat seit Jahresbeginn um etwa zwölf Prozent aufgewertet. Derzeit steht er aber wieder unter Druck und liegt mit knapp 1,18 Dollar deutlich unter seinem Jahreshoch von fast 1,21 Dollar.

kig/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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kalim.karemi 27.09.2017
1. Kein Wunder
Die Autoindustrie produziert größtenteils in Hauptabnahmeregionen vor Ort. Zuwachs in kleinen Regionen ist daher naturgemäß begrenzt.
theanalyzer 27.09.2017
2. Autoindustrie schützen!
Da ubnser deutscher Wohlstabnd ganz entschieden von der Autoindustrie abhängt, gilt es, diese Industrie zu hegen und zu pflegen. Keine Elektroauto-Experimente, keine Fahrverbote, keine Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ich sage Ja zum Diesel.
K:F 27.09.2017
3. Innovation bedeutet Zuwachs
Und da hat die Autoindustrie gepennt. DIe Abzocker haben grob fahrlässig auf eine veraltete Technik gesetzt und eben noch betrogen. Warum war und ist Apple erfogreich? Genau! Innovation, auch wenn im Iphone nur billege Asien Technik steckt. Die Autoindustrie hat sich mit Unterstützung der Politik regelrecht geweigert, alternative Antriebskonzepte zur Marktreife zu bringen. Dazu hat sie aber auch die richtigen Partner in der Politik gefunden. Merkel, die Ideenlose und Dobrindt der Nichtskönner.
max-mustermann 27.09.2017
4.
"Nur die Automobil-Industrie musste einen merklichen Dämpfer verkraften", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest zur Umfrage unter 2700 deutschen Firmen. "Dort werden im Moment kaum Chancen auf Exportzuwächse gesehen." Kein Wunder nach dem mann sich im Abgasskandal mit seiner Arroganz und Kundenverachtung nachhaltig den Ruf ruiniert hat.
Leser161 27.09.2017
5. Innovation
Weltweit arbeiten die Hersteller an Innovationen (Elektro, Hybrind, Brennstoffzelle). Nur die deutsche Autoindustrie mit ihrem starken lobbygeschützten Heimatmarkt hängt hintendran. Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir unsere wichtigste Industrie von den weltweiten Veränderungen abschirmen und somit mittelfristig ihr Innovationspotenzial und ihre Wetbbewerbsfähigkeit zerstören.
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