Flaute im Außenhandel Deutsche Exporteure leiden unter Eurokrise

Für die erfolgsverwöhnten deutschen Exporteure hat das Jahr mau begonnen. Sie lieferten weniger Waren ins Ausland als im Dezember. Besonders der Handel mit den Euroländern schwächelte.
Container im Hamburger Hafen: 2015 soll wieder ein gutes Exportjahr werden

Container im Hamburger Hafen: 2015 soll wieder ein gutes Exportjahr werden

Foto: Daniel Bockwoldt/ picture alliance / dpa

Berlin - Die Ausfuhren aus Deutschland sind zum Jahresauftakt so stark zurückgegangen wie seit dem Sommer 2014 nicht mehr. Die deutschen Exporteure setzten im Januar 2,1 Prozent weniger um als im Dezember, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das war der stärkste Rückgang seit August 2014. Im Dezember gab es noch ein kräftiges Wachstum von 2,8 Prozent.

Der schwache Start ins neue Jahr geht vor allem auf eine sinkende Nachfrage aus den Euroländern zurück. Diese sind der wichtigste Absatzmarkt für Waren aus Deutschland. Die Ausfuhren in Euroländer lagen um 2,8 Prozent niedriger als im Januar 2014.

Die Exporte in die nicht zur Eurozone gehörenden EU-Länder, zu denen etwa Polen und Großbritannien gehören, zogen hingegen um drei Prozent an. Der Umsatz mit Ländern außerhalb der Europäischen Union - dazu zählen auch die beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China - gab um 0,5 Prozent nach.

Nicht nur im Vergleich zum Dezember 2014 sanken die Ausfuhren. Auch im Vergleich zum Januar 2014 gab es einen Rückgang um 0,6 Prozent. Insgesamt verkauften deutsche Firmen im Januar Waren im Wert von 89,9 Milliarden Euro (saisonbereinigt 96,3 Milliarden Euro) ins Ausland, davon gingen Produkte im Wert von 34,2 Milliarden Euro (nicht saisonbereinigt) in die Eurozone.

Bald dürfte der schwache Euro helfen

Für das Gesamtjahr rechnen die deutschen Exporteure trotz des schwachen Auftakts mit einem deutlichen Plus. Der Branchenverband BGA geht davon aus, dass die Ausfuhren in diesem Jahr um vier Prozent auf 1172 Milliarden Euro zulegen. Das wäre eine neue Bestmarke. Impulse werden vor allem vom schwachen Euro erwartet, der deutsche Waren in anderen Währungsgebieten preislich attraktiver macht.

Auch Analysten sagten, der schwächere Jahresauftakt sei kein Signal für eine bevorstehende Konjunkturschwäche. Denn die deutsche Binnenkonjunktur sei sehr stark, und es sei auch nur eine Frage der Zeit, ab wann der schwache Euro sich in den Exportdaten niederschlage.

Auch die Einfuhren nach Deutschland gingen im Januar zurück, allerdings nur um 0,3 Prozent. Der Außenhandelsüberschuss - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - lag bei bereinigt 19,7 Milliarden Euro. Er ist damit gut eine Milliarde Euro kleiner als erwartet.

mmq/Reuters/dpa
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