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10. Oktober 2014, 07:02 Uhr

Entschädigung für Verstaatlichung

Venezuela muss Exxon 1,6 Milliarden Dollar zahlen

Venezuela zahlt einen hohen Preis für die Verstaatlichungswut des verstorbenen Präsidenten Chávez. Das Land muss den US-Ölkonzern Exxon nun mit einer Milliardensumme entschädigen.

Caracas - Das könnte nur der Anfang sein: Venezuela muss Exxon Mobil nach einem jahrelangen Konflikt um verstaatlichte Ölfelder eine Milliardenentschädigung zahlen. Die Schlichtungsstelle der Weltbank ICSID sprach dem Ölriesen 1,6 Milliarden Dollar zu, wie sie auf ihrer Internetseite mitteilte. Exxon hatte allerdings mehr als zehn Milliarden Dollar gefordert. Die Aktien des Konzerns gingen am Donnerstagabend mit einem Minus von fast drei Prozent aus dem New Yorker Handel.

Venezuela hatte unter anderem 2007 ein Ölprojekt des Konzerns verstaatlicht. Zuvor war eine Partnerschaft zwischen Exxon und dem Staatsbetrieb Petroleos de Venezuela SA gescheitert. Der US-Ölkonzern sieht sich enteignet. Venezuela lehnte eine Stellungnahme zu der Entscheidung ab.

Das Land zählt zu den größten Erdöl-Exporteuren Südamerikas. Im Zusammenhang mit den Verstaatlichungen stehen noch weitere Entscheidungen des internationalen Schiedsgerichts aus. Diese könnten das Land zu milliardenschweren Zahlungen verpflichten.

Der verstorbene Präsident Hugo Chávez hatte ebenfalls die größten Stahl- und Zementwerke des Landes verstaatlicht. Auch die größte Telekommunikationsgesellschaft Venezuelas befindet sich in staatlicher Hand. Vor sieben Jahren übernahm der Staat die Kontrolle über vier große Ölprojekte im Orinoco-Delta und legte sich so mit ausländischen Ölkonzernen an.

yes/Reuters/dpa

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