Entschädigung für Verstaatlichung Venezuela muss Exxon 1,6 Milliarden Dollar zahlen

Venezuela zahlt einen hohen Preis für die Verstaatlichungswut des verstorbenen Präsidenten Chávez. Das Land muss den US-Ölkonzern Exxon nun mit einer Milliardensumme entschädigen.

Anti-Exxon-Demonstration in Caracas (Archivbild): Chávez' teures Erbe
REUTERS

Anti-Exxon-Demonstration in Caracas (Archivbild): Chávez' teures Erbe


Caracas - Das könnte nur der Anfang sein: Venezuela muss Exxon Mobil nach einem jahrelangen Konflikt um verstaatlichte Ölfelder eine Milliardenentschädigung zahlen. Die Schlichtungsstelle der Weltbank ICSID sprach dem Ölriesen 1,6 Milliarden Dollar zu, wie sie auf ihrer Internetseite mitteilte. Exxon Chart zeigen hatte allerdings mehr als zehn Milliarden Dollar gefordert. Die Aktien des Konzerns gingen am Donnerstagabend mit einem Minus von fast drei Prozent aus dem New Yorker Handel.

Venezuela hatte unter anderem 2007 ein Ölprojekt des Konzerns verstaatlicht. Zuvor war eine Partnerschaft zwischen Exxon und dem Staatsbetrieb Petroleos de Venezuela SA gescheitert. Der US-Ölkonzern sieht sich enteignet. Venezuela lehnte eine Stellungnahme zu der Entscheidung ab.

Das Land zählt zu den größten Erdöl-Exporteuren Südamerikas. Im Zusammenhang mit den Verstaatlichungen stehen noch weitere Entscheidungen des internationalen Schiedsgerichts aus. Diese könnten das Land zu milliardenschweren Zahlungen verpflichten.

Der verstorbene Präsident Hugo Chávez hatte ebenfalls die größten Stahl- und Zementwerke des Landes verstaatlicht. Auch die größte Telekommunikationsgesellschaft Venezuelas befindet sich in staatlicher Hand. Vor sieben Jahren übernahm der Staat die Kontrolle über vier große Ölprojekte im Orinoco-Delta und legte sich so mit ausländischen Ölkonzernen an.

yes/Reuters/dpa



insgesamt 122 Beiträge
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SchnurzelPuPu 10.10.2014
1. Hoher Preis?
Da hat Venezuela ja wohl einen Gewinn gemacht.
wqa 10.10.2014
2.
10 Mrd verlangt und dann von einem pro USA Schiedsgericht 1,6 zu bekommen. Hier in D wäre so ein Ergebnis eine Niederlage, Es muss endlich Schluss damit sein, dass Mittel-\Südamerika, Afrika von Europa und USA Multis ausgebeutet werden.
ohjemineh 10.10.2014
3. Wirtschaft, Wirtschaft über alles...
Wenn ich "Schiedsgericht" lese, muß ich irgendwie an TTIP, Ceta und andere aktuelle Irrungen denken. Es wird Zeit diesen Wirtschaftsfaschisums zu beenden.
ketzer2000 10.10.2014
4. Verstaatlichung
ist hier letztlich nicht die Frage, sondern was machen Schiedsgerichte mit und bei Verfahren zwischen Unternehmen und Staaten. Wer ist der Souverän, das Volk, dass über z.B. die Ressourcen seines Landes entscheidet oder entscheidet, aus der Atomkraft aus zusteigen? Wir der Souverän anders behandelt als ein Privatmann, der auch nicht einfach aus einem Vertrag aussteigen kann, wenn sich z.B. die finanzielle Lage geändert hat. Wichtig wäre, dass die Verfahren öffentlich und vor ordentlichen Gerichten verhandelt würden, damit sich der Souverän ein Bild von der Rechtsfindung machen kann. Wichtig wäre, dass Regierungen, die vom Souverän legitimiert werden, Verträge und Lizenzen künftig so gestalten, dass transparent wird, aus welchen Gründen Sonderkündigungsrechte ohne Entschädigung - und Verstaatlichung ist eigentlich nichts anderes - möglich sind.
materialist 10.10.2014
5. Peanuts
1,6 mrd.sind für ein Land wie Venezuela nun wirklich keine Hürde sie haben ja Dank Chavez genug Tonnen Gold als Reserve über die sie im Gegensatz zu Deutschland selbst verfügen.
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