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16. Juli 2015, 13:56 Uhr

Geldpolitik

EZB hält Leitzins auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins im Euroraum wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Kredite für Geschäftsbanken bleiben damit weiterhin extrem günstig.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrer Politik der extrem niedrigen Zinsen fest. Wie erwartet beschloss der EZB-Rat am Donnerstag in Frankfurt, den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent zu belassen. Das teilte die Notenbank nach der Ratssitzung mit. Damit bleibt Zentralbankgeld für Geschäftsbanken extrem günstig.

Die EZB hatte den Leitzins im September 2014 auf das Rekordtief gesenkt. Zentralbankchef Mario Draghi wird die Gründe für die aktuelle geldpolitische Entscheidung auf einer Pressekonferenz am Nachmittag erläutern.

Es wird erwartet, dass sich Draghi auch zur Lage der angeschlagenen Banken Griechenlands äußert und zur Rolle der EZB im neuen Rettungspaket für das Land. Zudem dürfte er nach den Erfolgen der massiven Anleihenkäufe gefragt werden, mit denen die EZB die flaue Konjunktur und die unerwünscht niedrige Inflation anheizen will.

Seit März versuchen die Währungshüter, die Konjunktur und den Preisauftrieb zusätzlich mit einem gewaltigen Kaufprogramm anzuschieben: Monatlich 60 Milliarden Euro sollen in Staatsanleihen und andere Vermögenswerte investiert werden, insgesamt 1,1 Billionen Euro bis September 2016. Bis zum 10. Juli hat die EZB in diesem Rahmen allein Staatsanleihen im Gesamtvolumen von rund 216 Milliarden Euro erworben.

Im Idealfall soll das frische Geld über Geschäftsbanken in Form von Krediten bei Unternehmen und Verbrauchern ankommen. Das könnte Investitionen und Konsum anschieben und so die Konjunktur in Schwung bringen und die Inflation anheizen.

Die Teuerung im Euroraum ist jedoch weiterhin weit vom EZB-Ziel von knapp unter 2,0 Prozent entfernt. Im Juni sank die jährliche Inflationsrate im Euroraum nach Zahlen von Eurostat vom Donnerstag sogar wieder von 0,3 Prozent im Vormonat auf 0,2 Prozent. Noch im Januar hatte ein Minus von 0,6 Prozent Sorgen vor einer Deflation - also einem Preisverfall auf breiter Front - geschürt.

nck/dpa

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