Wieder Anleihekäufe Noch-EZB-Chef Draghi erwägt neue Geldflut

Der scheidende EZB-Präsident nimmt seiner Nachfolgerin noch einige unangenehme Entscheidungen ab: Nach SPIEGEL-Informationen prüft er eine Neuauflage der umstrittenen Anleihekäufe bis zum November.
Christine Lagarde und Mario Draghi

Christine Lagarde und Mario Draghi

Foto: Charles Platiau / REUTERS

In den letzten Monaten seiner Amtszeit will EZB-Präsident Mario Draghi seiner Nachfolgerin Christine Lagarde den Start erleichtern. Wie der SPIEGEL aus dem Umfeld der Notenbank erfuhr, will Draghi bis November die umstrittenen Ankäufe von Staatsanleihen wieder aufnehmen, um die fragile Konjunktur in der Eurozone zu stützen. Draghi will erreichen, dass Unternehmen mehr investieren und Verbraucher mehr konsumieren.

Wie der Mechanismus genau funktionieren soll, können Sie in folgendem Erklär-Comic nachvollziehen:

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Erklär-Comic: Warum die EZB massenhaft Staatsanleihen kauft

Foto: SPIEGEL ONLINE

Darüber hinaus erwägt die EZB-Spitze, den Strafzins zu erhöhen, den Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken. So soll die Kreditvergabe der Banken zusätzlich angeregt werden. Ein entsprechender Entschluss sei bereits im September möglich, heißt es.

Draghi will zudem das Inflationsziel der Notenbank lockern. Derzeit verfolgt die EZB die Vorgabe, die Preissteigerung im Euroraum "unter, aber nahe bei zwei Prozent" zu halten. Künftig soll das Ziel bei genau zwei Prozent liegen.

Der EZB-Rat habe darüber bei seiner jüngsten Sitzung diskutiert, hieß es. Das Ziel lasse sich der Öffentlichkeit einfacher erklären als die bisherige Formulierung, argumentieren Befürworter.

Draghi will ferner erreichen, dass die EZB längere Zeit höhere Inflationsraten zulassen darf, wenn sie die Marke zuvor über Jahre unterschritten hat. Mit dieser Neuorientierung will Draghi künftig verhindern, dass die EZB wie bisher schon dann die geldpolitischen Zügel anziehen muss, wenn die Preissteigerung geringfügig über zwei Prozent liegt.

rei
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