US-geführtes Rüstungsprojekt Deutsche Industrie will an F-35-Kampfjet mitverdienen

Die Bundesregierung plant, die alten Tornado-Maschinen durch von den USA entwickelte F-35-Tarnkappenjets zu ersetzen. Das Projekt wird mindestens zehn Milliarden Euro kosten. Deutsche Unternehmen wollen nun beteiligt werden.
Gebaut von Lockheed Martin – aber bald vielleicht gewartet von deutschen Firmen? Maschinen vom Typ F-35

Gebaut von Lockheed Martin – aber bald vielleicht gewartet von deutschen Firmen? Maschinen vom Typ F-35

Foto: GIUSEPPE LAMI / EPA

Die deutsche Industrie will bei der Wartung und Instandhaltung der für die Luftwaffe geplanten US-Tarnkappenjets F-35 beteiligt werden. Für die Unternehmen heiße es jetzt, »an die gewohnt partnerschaftliche Arbeit« mit der Luftwaffe, dem Verteidigungsministerium und dem Beschaffungsamt BAAINBw anzuknüpfen und beim Betrieb der neuen Waffensysteme zu unterstützen, teilte der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) am Freitag in Berlin mit.

»Luftwaffe und deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie verbindet eine bewährte Kooperation«, so der Verband. Die Unternehmen arbeiteten sowohl bei der Wartung und Instandsetzung komplexer Waffensysteme als auch bei der Betreuung auf der Komponentenebene eng mit der Luftwaffe zusammen, teilweise in voll integrierten gemeinsamen Arbeitsteams.

Der BDLI-Präsident und Chef der Rüstungssparte von Airbus, Michael Schöllhorn, verwies darauf, dass die deutsche Industrie bereits US-Modelle wie F4 und F-104G betreut habe. »Auch zukünftig wollen wir als Partner im engen Schulterschluss an der Seite der Luftwaffe unseren Beitrag leisten.«

Die »nukleare Teilhabe«

Die Bundesregierung will in den USA 35 Tarnkappenjets kaufen. Die ersten Maschinen sollen von 2026 an in den USA für die Ausbildung von deutschen Piloten eingesetzt werden. Ab 2027 soll ein Betrieb von Deutschland aus beginnen. Die Tarnkappenjets ersetzen dann die überalterte Tornado-Flotte.

Dafür ist eine Investition von mehr als zehn Milliarden Euro geplant. Gleichwohl könnte der Umstieg auf die F-35 noch deutlich höhere Kosten verursachen. So hatte die »Bild am Sonntag« über eine geheime Vorlage berichtet, in der das Verteidigungsministerium vor erheblichen Risiken des Geschäfts warne, die auch den Umbau des Flugplatzes in Büchel (Rheinland-Pfalz) und die Erteilung der nationalen Zulassung der Flugzeuge betreffen könnten.

Deutschland beteiligt sich seit Jahrzehnten mit eigenen Kampfjets an der nuklearen Abschreckung der Nato. Sie sind auf dem Fliegerhorst Büchel in der rheinland-pfälzischen Eifel stationiert, um im Ernstfall dort gelagerte US-Atombomben einzusetzen. Dies wird als »nukleare Teilhabe« bezeichnet. Sie basierte bislang auf den Tornado-Maschinen, in Zukunft sollen F-35 diese Aufgabe übernehmen.

beb/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.