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18. Juli 2014, 14:22 Uhr

Fabrikbrand in Pakistan

Kik schmettert weitere Forderungen von Opfern ab

Die Billigmodekette Kik weist nach dem Brand vor zwei Jahren in einer pakistanischen Textilfabrik weiter reichende Forderungen der Opfer zurück. Das Unternehmen verweist auf die geleistete Soforthilfe.

Berlin - Überlebende und Angehörige von Opfern des Fabrikbrands in Pakistanmit 255 Toten im September 2012 verlangten eine langfristige Unterstützung: Doch die Gespräche über eine Entschädigung sind gescheitert. Der deutsche Textildiscounter Kik sei nicht bereit, über eine langfristige Wiedergutmachung zu verhandeln, sagte der Opferanwalt Faisal Siddiqi am Freitag in Berlin.

Kik wolle nicht mehr geben als die eine Million Dollar an Soforthilfe (rund 740.000 Euro), die an die Betroffenen bereits ausbezahlt worden seien. Das sei bei einem Treffen von Unternehmensvertretern mit der pakistanische Arbeitsrechtsorganisation Piler am Mittwoch in Berlin klargeworden.

Piler vertritt die Interessen der Opfer, zu denen auch 55 verletzte Überlebende des Brandes gehören. Die Billigmodekette Kik war der Hauptabnehmer der Kleidung aus der Textilfabrik Ali Enterprises in der Hafenstadt Karachi, die am 11. September 2012 in Flammen aufging. Piler und die Menschenrechtsvereinigung ECCHR sehen deshalb bei Kik eine Mitverantwortung für den Brand und seine Folgen. Der Brandschutz in dem Gebäude war unzureichend. Nach einem Kurzschluss breitete sich das Feuer schnell aus, die Notausgänge waren verschlossen.

Kik vertrat die Ansicht, "dass wir durch die Zahlung von einer Million US-Dollar sowohl zur kurzfristigen als auch zur langfristigen Unterstützung der Betroffenen bereits einen anteiligen Beitrag geleistet haben". So sei es im Dezember 2012 in einer Vereinbarung mit Piler festgehalten worden. Künftige Hilfen für die Opfer und Verletzten müssten "von einer breiten Allianz getragen und gemeinsam ermittelt werden", hieß es am Freitag in einer Stellungnahme von Kik.

Rechtsanwalt Siddiqi forderte das Unternehmen hingegen auf, über langfristige Entschädigungen zu verhandeln. Dazu habe sich Kik in der Vereinbarung von Dezember 2012 verpflichtet. Wenn Kik dazu nicht bereit sei, könnte eine Klage wegen Vertragsbruchs vor einem deutschen Gericht der nächste Schritt sein.

Für die Opfer und Angehörigen des Fabrikeinsturzes in Bangladesch hatte Kik zuletzt entgegen angekündigt, seinen Beitrag zum Entschädigungsfonds zu verdoppeln: von 500.000 Dollar auf eine Million. Bei dem Unglück in Dhaka am 24. April 2013 kamen 1138 Textilarbeiter ums Leben, mehr als 2000 weitere Menschen wurden verletzt.

sun/dpa

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