Fabriken in China Umweltschützer attackieren Apple

Schwere Zeiten für Apple: Zuerst tritt Konzernchef Steve Jobs zurück, nun gibt es Ärger mit chinesischen Umweltschützern. Zulieferer des Elektronikunternehmens verstoßen angeblich gegen Umweltgesetze - und riskieren damit die Gesundheit der Beschäftigten.
Apple-Store in Peking: Immer wieder hat das Unternehmen mit Produktkopien zu kämpfen

Apple-Store in Peking: Immer wieder hat das Unternehmen mit Produktkopien zu kämpfen

Foto: Adrian Bradshaw/ dpa

Shanghai - Der US-Elektronikkonzern Apple kommt nicht zur Ruhe: Eine Woche nach dem überraschenden Rückzug des Firmengründers Steve Jobs gerät das Kultunternehmen wegen seiner chinesischen Zulieferer in die Kritik.

Umweltaktivisten aus China werfen dem US-Konzern in einem Bericht vor, gegen seine eigenen Richtlinien zu verstoßen. Laut der Gruppe aus fünf Nichtregierungsorganisationen beauftrage Apple   Zulieferbetriebe, die Gesetze missachteten und die Gesundheit der Arbeiter durch unsachgemäße Entsorgung von Schwermetallen und Dioxinen gefährdeten.

Apple reagierte darauf: Das Unternehmen achte in seiner gesamten Lieferkette auf "höchste Standards sozialer Verantwortung" und nehme solche Bedenken ernst. In dem Bericht habe man jedoch Unstimmigkeiten entdeckt. Apple schlug vor, mit den Umweltschützern über den Bericht zu sprechen.

Apple hat keine eigenen Fabriken und setzt deshalb ausschließlich auf Zulieferer. Auch deshalb steht das Unternehmen besonders im Fokus, wenn es um Arbeits- oder Umweltbedingungen bei asiatischen Auftragsfertigern geht. Aber auch andere westliche Unternehmen geraten deshalb immer wieder in die Kritik. Zuletzt waren etwa in Fabriken der Bekleidungskonzerne Puma   und H&M in Kambodscha mehrere hundert Arbeiter zusammengebrochen.

In dem neuen Report der chinesischen Umweltschützer geht es vor allem um die Bedingungen in den Zulieferbetrieben von Elektrokonzernen. Apple wird unter anderem vorgeworfen, die Umwelt und die Gesundheit der Mitarbeiter durch den falschen Umgang mit Kupfer, Nickel und Zyanid zu gefährden.

In dem Bericht wird auch der Zulieferer Foxconn erwähnt, der in China unter anderem Apples iPhones und iPads zusammenbaut. Foxconn war in der Vergangenheit bereits häufiger wegen schlechter Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten.

stk/dpad/AP
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