Aktien für 16 Milliarden Dollar Facebook bläht Börsengang auf

Es ist ohnehin ein Börsengang der Superlative - nun erhöht Facebook den Einsatz sogar noch: Zwei Tage vor der Erstausgabe der Aktien erklärt das Unternehmen, weit mehr Anteilsscheine auszugeben als bisher bekannt. Der Gang aufs Parkett könnte nun 16 Milliarden Dollar einbringen.
Gründer Zuckerberg: Facebook will mehr Aktien auf den Markt werfen

Gründer Zuckerberg: Facebook will mehr Aktien auf den Markt werfen

Foto: EDUARDO MUNOZ/ REUTERS

New York - Der Facebook-Hype kennt kaum noch Grenzen: Kurz vor dem geplanten Börsengang hat das soziale Netzwerk das Emissionsvolumen noch einmal erhöht: Aufgrund der hohen Nachfrage will das Unternehmen nun 421,2 Millionen Aktien an die Anleger verteilen. Das kündigte das Online-Netzwerk in einem am Mittwoch bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Dokument an.

Das Emissionsvolumen liegt damit 25 Prozent höher als bisher angekündigt. Bereits am Dienstag hatte Facebook die Bandbreite für den Ausgabepreis auf 34 bis 38 Dollar je Aktie erhöht. Damit käme das Unternehmen beim für Freitag erwarteten Börsengang auf Einnahmen von rund 16 Milliarden Dollar.

Das wäre einer der größten Börsengänge der Geschichte. Unter den Technologieunternehmen steht Facebook für den mit Abstand größten IPO (Initial Public Offering) aller Zeiten. Der US-Internetgigant Google etwa erzielte 2004 nur knapp zwei Milliarden Dollar. Die Nummer eins ist - bis zum geplanten Handelsstart von Facebook am Freitag - noch der deutsche Chipkonzern Infineon, der Thomson-Reuters-Daten zufolge mit seinem Marktdebüt im Jahr 2000 rund 5,9 Milliarden Dollar erlöste.

Auch mit dem angepeilten Börsenwert deklassiert Facebook die anderen Technologiegrößen. Schätzungen zufolge liegt dieser bei 93 bis 104 Milliarden Dollar. Damit wäre das Online-Portal mehr wert als die Computer-Riesen Hewlett-Packard und Dell zusammen.

"Mehr ein Spektakel als Börsengang"

Von den Einnahmen des Börsengangs fließt Facebook selbst nur etwas mehr als die Hälfte zu. Der Rest geht an Geldgeber, die das Potential des Online-Treffpunkts früh erkannt haben. Auch Firmengründer Mark Zuckerberg sahnt ordentlich ab. Durch ein besonderes Stimmrechtsverfahren bleibt er zudem auch nach dem Börsengang der Mehrheitseigner mit einem Stimmrechtsanteil von 57,5 Prozent.

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Facebook-IPO: Die Profiteure des Börsengangs

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Der Rummel um Facebook sorgt unter Finanzmarkt-Experten für Staunen und Befremden zugleich. "Das ist mehr ein Spektakel als ein Börsengang", sagte Analyst Max Wolff von GreenCrest Capital. Geschäftsmodelle und -daten spielten mittlerweile kaum eine Rolle mehr. Wolff erwartet, dass die Facebook-Aktie beim Debüt an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq etwa zehn Prozent zulegt.

Skeptische Investoren fragen sich dagegen, wie Facebook längerfristig die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann. Ihrer Einschätzung nach hat das Unternehmen bisher keine Strategie, wie es aus der wachsenden Zahl an Nutzern Kapital schlagen kann, die über mobile Geräte auf Facebook zugreifen. Außerdem hat sich das Umsatzwachstum aus dem zentralen Geschäft mit Online-Anzeigen in den vergangenen Monaten verlangsamt.

Misstrauisch zeigt sich unter anderem General Motors. Der US-Autobauer kündigte am Mittwoch an, künftig keine Werbung mehr über Facebook zu schalten. Die Opel-Mutter hält offenbar die Erfolgsaussichten der Werbung bei Facebook für zu gering.

ssu/dapd/Reuters
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