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12. September 2012, 08:15 Uhr

Zuckerbergs Mobilstrategie

Facebook-Chef spricht von verlorenen Jahren

Um rund 50 Milliarden Dollar ist der Wert von Facebook seit dem Börsengang im Mai geschrumpft, nun geht der Chef des sozialen Netzwerks in die Offensive. In seinem ersten Interview seit Monaten gibt er Fehler bei seiner Mobilstrategie zu - und zeigt sich zuversichtlich. Die Aktie steigt.

New York - Seit dem Börsengang hat er geschwiegen, nun geht Mark Zuckerberg auf seine Kritiker zu: In einem Interview räumt der Facebook-Chef ein, er habe Fehler im Umgang mit der App gemacht. Er habe sich zu lange auf den Standard HTML 5 verlassen, damit die Facebook-App ohne viel Zutun auf möglichst vielen unterschiedlichen Mobilgeräten laufe, sagte Zuckerberg auf der vom US-Technologieblog TechCrunch veranstalteten "Disrupt"-Konferenz. Dadurch sei die App auf vielen Geräten nicht optimal gelaufen.

Das sei einer der "größten Fehler" der Firma gewesen, "wenn nicht der größte". Man habe "zwei Jahre verbrannt", sagte Zuckerberg. "Es ist sehr schmerzhaft."

Die Kursentwicklung der Facebook-Aktie seit dem Börsengang bezeichnete Zuckerberg als enttäuschend. Viele Menschen seien "superpessimistisch", sagte er. "Ich persönlich würde lieber unterschätzt werden." Er lächelte dabei "wie ein Pokerspieler, der einen Royal Flush hält", bemerkte TechCrunch.

Er betonte, Facebook wolle Geld verdienen und werde das auch auf Mobilgeräten tun. Derzeit werde einfach nicht verstanden, wie "grundlegend gut" der mobile Markt für Facebook sei. Zuckerberg hat bei dem Börsengang selbst Milliarden verloren.

Konkrete Ankündigungen machte der 28-Jährige nicht. Er sagte nur, Facebook werde Wege finden, um stärker von der wachsenden Zahl seiner Nutzer zu profitieren, die mit Mobilgeräten auf das soziale Netzwerk zugreifen. Facebook sei inmitten der Ausarbeitung neuer Werbeprodukte. Zudem wies er Spekulationen zurück, Facebook wolle ein eigenes Handy auf den Markt bringen. "Das wäre ganz klar die falsche Strategie für uns", sagte Zuckerberg.

Obwohl Zuckerberg an sich nichts Neues sagte, reagierte die Börse hoffnungsfroh auf seinen Optimismus. Die Facebook-Aktie legte am Dienstag zu und schloss bei 19,43 Dollar. Im nachbörslichen Handel stieg der Kurs um 3,4 Prozent. Allerdings liegt das Papier damit noch immer weit unter dem Ausgabekurs von 38 Dollar. Seit dem 18. Mai hat das Unternehmen rund 50 Milliarden Dollar an Wert verloren.

Das soziale Netzwerk hat fast eine Milliarde Nutzer und wächst weiter. Allerdings steht das Unternehmen vor der Herausforderung, mit diesen Nutzerzahlen Geld zu verdienen, da Nutzer zusehends über mobile Geräte auf den Dienst zugreifen und diese weniger Platz für Werbung bieten. Zuckerberg kontrolliert mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Facebook-Aktien. Er hatte kürzlich angekündigt, in den kommenden zwölf Monate keine Aktien verkaufen zu wollen - und damit den Kurs etwas gestützt.

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