Facebook-Gründer Zuckerberg wirbt für liberaleres Einwanderungsrecht

Mit der Inititiative Fwd.us kämpft Facebook-Gründer Mark Zuckerberg neuerdings für eine Einwanderungsreform. Bei einer Filmpremiere warb er nun erstmals öffentlich für das Anliegen und betonte, es gehe nicht nur um seine Branche.

Facebook-Gründer Zuckerberg: "Wirklich wichtig für die Zukunft unseres Landes"
REUTERS

Facebook-Gründer Zuckerberg: "Wirklich wichtig für die Zukunft unseres Landes"


San Francisco - Bereits seit einigen Monaten arbeiten Facebook Chart zeigen-Gründer Mark Zuckerberg und andere Größen der IT-Industrie an einer Initiative zugunsten eines liberaleren Einwanderungsrechts in den USA. Nun hat sich Zuckerberg erstmals öffentlich für das Anliegen eingesetzt. Er sprach bei der Premiere von "Documented" - einer Film-Autobiografie des Journalisten Jose Antonio Vargas, der selbst ohne gültige Papiere im Land lebt.

Es gehe ihm und seinen Mitstreitern nicht nur um Visa für eigene Mitarbeiter, sagte Zuckerberg, der wie üblich leger in Kapuzenpulli und Turnschuhen auftrat. "Es ist etwas, das wir für wirklich wichtig für die Zukunft unseres Landes halten."

Der 29-jährige Milliardär wurde nach eigener Aussage erstmals auf die Probleme des derzeitigen Einwanderungsrechts aufmerksam, als er eine Klasse von Studenten in unternehmerischem Handeln unterrichtete. Viele seiner damaligen Schüler seien illegal ins Land gekommen. Unabhängig von ihrer Herkunft seien sie jedoch "die Unternehmer von morgen und Leute, die in diesem Land Arbeitsplätze schaffen", sagte Zuckerberg. "Es gibt Themen, die nicht nur unsere Branche, sondern wirklich das gesamte Land berühren."

Zuckerberg sprach vor mehreren hundert Zuhörern. Unter ihnen waren Politiker wie die frühere Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, San Franciscos Bürgermeister Ed Lee, der Rapper und Technologie-Investor MC Hammer sowie zahlreiche Studenten und Tagelöhner ohne Papiere.

Die Initiative der IT-Industrie trägt den Namen Fwd.us und war Ende März bekannt geworden. Zuckerberg rief Fwd.us unter anderem zusammen mit seinem früheren Harvard-Mitbewohner Joe Green sowie den Gründern von Microsoft Chart zeigen und LinkedIn, Bill Gates und Reid Hoffman, ins Leben.

US-amerikanische Technologiekonzerne sind wie kaum eine andere Branche auf qualifizierte Einwanderer angewiesen. Doch aufgrund von veralteten Regeln und hohen Sicherheitshürden müssen diese häufig jahrelang auf eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis warten. Eine Einwanderungsreform soll nach dem Willen ihrer Befürworter zum einen diese Hürden beseitigen und zum anderen den geschätzt elf Millionen illegalen Einwanderern im Land einen Weg zur Staatsbürgerschaft ebnen.

dab/AP



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