Facebook und Co. US-Regierung lässt gegen Onlineplattformen ermitteln

Namen werden nicht genannt - aber es dürfte mindestens um Facebook, Amazon und Google gehen. In den USA laufen Ermittlungen gegen große Tech-Konzerne an. Besonders im Fokus: die Marktmacht der Big Player.
Facebook-Logo (Archivbild): Umfangreiche Ermittlungen könnten ins Haus stehen

Facebook-Logo (Archivbild): Umfangreiche Ermittlungen könnten ins Haus stehen

Foto: Stephen Lam/ REUTERS

Immer wieder gab es Vorwürfe in Richtung der US-Behörden, zu lasch gegen die scheinbar übermächtigen Technologie-Konzerne vorzugehen. Nun lässt die US-Regierung eine umfangreiche Untersuchung der Wettbewerbspraktiken diverser Firmen durchführen. Sollten Gesetzesverstöße festgestellt werden, werde man "entsprechend handeln", hieß es am Dienstag (Ortszeit) in einer Erklärung des Justizministeriums in Washington.

Geprüft werden solle, "ob und wie führende Online-Plattformen Marktmacht erlangt haben und sich an Praktiken beteiligen, die den Wettbewerb dämpfen, Innovationen erstickt oder anderweitig den Verbrauchern geschadet haben".

Namen von Unternehmen nannte das Ministerium nicht. Man werde Fragen zu dem Verhalten in den Bereichen Suche, soziale Medien und bei einigen Einzelhändlern nachgehen, hieß es lediglich. Das deutet darauf hin, dass unter anderem Facebook  , Amazon  , Google   und womöglich auch Apple   unter die Lupe genommen werden könnten.

Die Aktien dieser Unternehmen fielen im nachbörslichen Handel. Sie waren zunächst nicht zu einer Stellungnahme erreichbar oder lehnten einen Kommentar an.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits Ende Mai gemeldet, dass das Justizministerium eine Kartelluntersuchung gegen Google, Amazon, Apple und Facebook einleiten wolle. Die Technologieunternehmen sehen sich in den Vereinigten Staaten, aber auch in vielen anderen Ländern mit der Sorge von Wettbewerbern, Gesetzgebern und Verbraucherschützern konfrontiert, dass sie zu viel Macht haben und Anwendern und Konkurrenten schaden. Unter anderem Google und Amazon stehen im Mittelpunkt von Wettbewerbsverfahren der EU-Kommission.

Immer wieder Vorwürfe aus dem Weißen Haus - ohne Belege

Zugleich hat die Eröffnung einer US-Wettbewerbsuntersuchung zum jetzigen Zeitpunkt aber auch einen politischen Beigeschmack. Das Silicon Valley gilt traditionell als größtenteils liberal. Präsident Donald Trump wirft unter anderem Facebook und Google vor, Stimmen aus dem konservativen Lager zu unterdrücken. Beweise für diese Behauptung legte er bisher aber keine vor.

Amazon war ebenfalls häufiges Ziel von Trumps Attacken. Amazons Gründer und Chef Jeff Bezos gehört die Tageszeitung "Washington Post", die Trump kritisch gegenübersteht.

jok/Reuters/dpa