Wegen Wettbewerbsbehinderung US-Bundesstaaten leiten Untersuchung gegen Facebook ein

Jetzt wird es ernst für Facebook: Eine Allianz aus US-Bundesstaaten lässt prüfen, ob das soziale Netzwerk den Wettbewerb behindert. Auch gegen Google könnten solche Ermittlungen folgen.

Facebook-Auftritt: Eine Allianz von Bundesstaaten geht gegen das soziale Netzwerk vor
AP

Facebook-Auftritt: Eine Allianz von Bundesstaaten geht gegen das soziale Netzwerk vor


Mehrere US-Bundesstaaten haben eine kartellrechtliche Untersuchung gegen Facebook eingeleitet. Es solle geprüft werden, ob das Unternehmen den Wettbewerb behindert und Nutzer gefährdet hat, teilte New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James mit.

"Wir werden alle verfügbaren Ermittlungsmittel nutzen, um festzustellen, ob Facebook Daten von Verbrauchern in Gefahr gebracht hat", sagte James. Zudem solle ermittelt werden, ob Nutzer in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt oder die Preise für Werbeanzeigen in die Höhe getrieben wurden.

Auch Ermittlungen gegen Google geplant

"Selbst die größte Social-Media-Plattform der Welt muss das Gesetz befolgen und die Verbraucher respektieren", sagte die Staatsanwältin. Neben New York beteiligen sich die Bundesstaaten Colorado, Florida, Iowa, Nebraska, North Carolina sowie Ohio, Tennessee und der Regierungsbezirk Washington DC.

Dem "Wall Street Journal" zufolge will in der kommenden Woche auch ein Bündnis von US-Bundesstaaten kartellrechtliche Ermittlungen gegen die Alphabet-Tochter Google einleiten. Im Juli hatten bereits die Wettbewerbshüter des US-Justizministeriums eine weitreichende Untersuchung großer Onlineplattformen angekündigt.

brt/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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GoaSkin 06.09.2019
1. man sollte über offene und dezentrale Social Media Dienste nachdenken
Man stelle sich einmal vor, E-Mail wäre das Produkt eines mächtigen Konzernes, über den alternativlos alle Mails versendet werden müssten. Zum Glück handelt es sich hier bei um einen durchdachten Internet-Dienst, an dem sich jeder beteiligen kann und es dem Benutzer dabei erspart bleibt, den E-Mail-Anbieter nutzen zu müssen, bei dem alle sind, um alle erreichen zu können. Derartige Dienste gab es früheren Jahren des Internets noch Einige: IRC zum chatten; Newsgroups für Online-Diskussionen. Doch mit der zunehmenden Verbreitung des Internets hat man aufgehört, sich Gedanken über neue dezentrale Dienste zu machen, die von den Nutzern gefragt sind. Dabei wären Standardprotokolle für Instant Messaging und Social Media Profile im Rahmen von Diensten, an denen sich dann jeder Internetprovider mit eigenen Servern beteiligen kann, durchaus denkbar. Es ist höchste Zeit, hier nachzuholen, was man verschlafen hat. Facebook ist das größte Symptom dieses Verschlafens.
flaschengaist 07.09.2019
2. Bankenlizenz?
Ökonomie der Aufmerksamkeit sollte von der BaFin nicht gleichgestellt werden mit Bankenökonomie. Man stelle sich vor, eine große Bank hätte Kundendaten veruntreut à la Cambridge Analytica. Seit 2011 hat nicht nur die Bekämpfung von Finanzkriminalität begonnen, sondern auch ein unerbittlicher Kampf um Marktanteile in der Finanzwirtschaft. Facebook hat eindeutig Dreck am Stecken bezüglich Seriösität und Datensicherheit. Bei der Zunahme der Werbung innerhalb der Facebook Dienstleistungen und Funktionen wie etwa Whatsapp soll die Datensicherheit steigen? Facebook würde Anzeigen bei Facebook-Banking-Transactions platzieren. Klar mit Benutzerdatenauswertung und illegalem Datenhandel.
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