Frankreich Facebook zahlt mehr als hundert Millionen Euro Steuern nach

Frankreich fordert seit Jahren, dass internationale Technologiekonzerne ihre Steuern dort zahlen, wo sie ihre Umsätze machen. Facebook lenkt jetzt im Streit mit der Regierung in Paris ein.
Facebook-Logo: Steuernachzahlung für zehn Jahre

Facebook-Logo: Steuernachzahlung für zehn Jahre

Foto: Dado Ruvic / REUTERS

Facebook hat im Steuerstreit mit Frankreich einer Zahlung von mehr als hundert Millionen Euro zugestimmt. "Wir nehmen unsere steuerlichen Verpflichtungen ernst", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Für die Jahre 2009 bis 2018 zahlt die französische Tochtergesellschaft des Konzerns nach einer Prüfung durch Steuerbehörden nun 106 Millionen Euro nach.

Frankreich fordert seit einigen Jahren eine internationale Digitalsteuer. Sie würde vor allem große amerikanische Technologiekonzerne wie Facebook, Google und Amazon treffen, die häufig Gewinne in Länder verschieben, in denen sie weniger Steuern zahlen müssen.

2019 hatte Frankreich ein eigenes Gesetz verabschiedet, demzufolge die Internetriesen eine Steuer von drei Prozent ihres Umsatzes zahlen müssen. Nach Drohungen aus den USA gab die Regierung jedoch im Januar bekannt, die Zahlungen zunächst nicht einzufordern. Ursprünglich wollten beide Staaten eine Lösung innerhalb der Industriestaaten-Organisation OECD finden, die USA stiegen aber Ende Juni vorläufig aus den Verhandlungen aus.

Streit über Summe der Steuerzahlungen

Facebook zahlt in diesem Jahr nach eigenen Angaben 8,46 Millionen Euro Steuern in Frankreich. Das sei eine Steigerung um fast 50 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr, teilte das Unternehmen mit.

Nach Berechnungen des französischen Magazins "Capital " müsste Facebook allerdings fast 150 Millionen Euro Steuern zahlen - würde das Unternehmen den gesamten in Frankreich erzielten Umsatz auch dort deklarieren. Den schätzt "Capital" auf 1,3 Milliarden Euro bei 34 Millionen monatlichen Facebook-Nutzenden.

Dennoch verspricht Facebook, das Unternehmen wolle seine Gewinne künftig dort deklarieren, wo sie erzielt wurden. "Wir verstehen die Frustration darüber, wie Technologieunternehmen in Europa besteuert werden", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Er begrüße eine mögliche OECD-Einigung und akzeptiere, dass Facebook dann in verschiedenen Ländern mehr Steuern zahlen müsse.

jhm/dpa