Lage hat sich 2021 verschärft Zwei von drei Firmen fehlen Fachkräfte

Der Wirtschaft mangelt es einer neuen Studie zufolge noch stärker an Fachkräften als im vergangenen Jahr. Besonders betroffen: die Pflege und der Gesundheitssektor.
Jobmesse in Berlin (Archivbild)

Jobmesse in Berlin (Archivbild)

Foto: Monika Skolimowska/ picture alliance / dpa

Der Fachkräftemangel belastet einer Umfrage zufolge eine wachsende Zahl von Unternehmen in Deutschland. Zwei Drittel (66 Prozent) der befragten Entscheider aus unterschiedlich großen Unternehmen gaben an, Fachkräfteengpässe zu haben. 29 Prozent sahen sich davon zurzeit nicht betroffen. Das ergab eine Analyse im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, für die das Umfrageunternehmen Civey von August bis Oktober rund 7500 Entscheider befragt hatte.

Im Vergleich zu einer Erhebung im Jahr 2020, bei der 55 Prozent Engpässe sahen und 38 Prozent nicht, bedeute das eine Verschärfung der Lage. Der derzeit beschriebene Mangel an qualifizierten Arbeitskräften falle auch deutlich größer aus, als ihn die Unternehmen vor Jahresfrist erwartet hätten, hieß es von der Bertelsmann-Stiftung. Dabei unterscheide sich die Lage je nach Branche, Region, Berufsbild und Qualifikation.

Besonders gesucht sind Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung – hier berichten 48 Prozent der befragten Firmen von einem Mangel. Für Akademiker gaben das lediglich 27 Prozent der Unternehmen an.

Der Pflegebereich und der Gesundheitssektor insgesamt sind laut Erhebung besonders vom Fachkräftemangel betroffen. Engpässe gebe es in allen Bundesländern – etwas stärker in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Tendenziell weniger deutlich ausgeprägt sei das Problem in Berlin, Bremen und im Saarland.

Eine Trendwende zeichnet sich nicht ab: 67 Prozent der befragten Unternehmensentscheiderinnen und -entscheider gehen davon aus, auch im kommenden Jahr über weniger Fachkräfte als benötigt zu verfügen.

»Fachkräfteengpässe verschärfen sich weiter und ein Ende ist nicht in Sicht«, sagte Matthias Mayer, Migrationsexperte der Bertelsmann-Stiftung. Nötig seien nachhaltige Lösungen, um die Alterung der Gesellschaft und den sozial-ökologischen Wandel zu meistern. »Dabei spielt Zuwanderung neben Aus- und Weiterbildung eine wichtige Rolle.«

Wenig Suche im Ausland

Allerdings rekrutiert laut der Umfrage nur rund jedes sechste Unternehmen Fachkräfte aus dem Ausland. Als Gründe führten die Unternehmen sprachliche Barrieren, die schwierige Einschätzung ausländischer Qualifikationen sowie falsche Vorstellungen der Bewerber an. Eine viel größere Rolle spielen demnach die Ausbildung im eigenen Betrieb, gute Modelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Weiterbildungschancen.

dab/dpa/Reuters
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