Ifo-Umfrage Mehr als jede dritte deutsche Firma klagt über fehlende Fachkräfte

Hotels finden kaum qualifiziertes Personal mehr, aber auch Speditionen und der Einzelhandel haben Probleme: Seit die Konjunktur nach dem Lockdown wieder anzieht, melden viele Branchen dramatische Personal-Engpässe.
Verkäuferin in einem Geschäft: Im Einzelhandel hat sich die Zahl der Firmen verdoppelt, die Engpässe bei Fachkräften sehen

Verkäuferin in einem Geschäft: Im Einzelhandel hat sich die Zahl der Firmen verdoppelt, die Engpässe bei Fachkräften sehen

Foto: Matthias Bein / picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Der Fachkräftemangel in Deutschland nimmt laut Ifo-Institut deutlich zu. Im Juli klagten laut einer vierteljährlichen Umfrage des Münchner Instituts 34,6 Prozent der deutschen Firmen über fehlende Mitarbeiter. Das war der höchste Wert seit dem zweiten Quartal 2018 und der zweithöchste jemals erreichte Wert.

Zugenommen hat der Fachkräftemangel demnach auch in Branchen, die von den Corona-Lockdowns besonders hart getroffen wurden. Im Einzelhandel verdoppelte sich die Zahl der Firmen, die Engpässe bei Fachkräften sehen, nahezu von 15,7 auf 30,6 Prozent. Im Großhandel waren es 24,7 nach 16,1 Prozent. In beiden Branchen war der Anteil noch nie zuvor so hoch.

»Da die Konjunktur nach den Corona-Öffnungen angezogen hat, haben Firmen inzwischen Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern«, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. In der Industrie stieg die Zahl der betroffenen Firmen ebenfalls deutlich. Im April lag sie noch bei 19,4 Prozent, im Juli dann bei 27,6 Prozent – auch das der bislang höchste Wert.

Am stärksten betroffen vom Fachkräftemangel sind laut Ifo die Personalvermittler, bei denen über drei Viertel der Unternehmen über Mangel klagten. An zweiter und dritter Stelle folgen die Hotellerie mit 56 Prozent und Speditionen mit 54,6 Prozent.

dab/dpa/Reuters
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