Falsche Buchungen Computerfehler kostet TUI 120 Millionen Euro

Ein verschleppter Buchhaltungsfehler bei einer britischen TUI-Tochter kommt den Reisekonzern teuer zu stehen. Weil Stornierungen über Jahre hinweg nicht berücksichtigt wurden, müssen nun 120 Millionen Euro nachträglich abgeschrieben werden.

TUI-Prospekt: Der Mutterkonzern drängte auf Korrektur der Geschäftszahlen
ddp

TUI-Prospekt: Der Mutterkonzern drängte auf Korrektur der Geschäftszahlen


Hannover - Kleinvieh macht auch Mist: Weil Rückbuchungen in jeweils geringer Höhe bei der britischen TUI Travel über Jahre nicht korrekt verbucht wurden, muss die TUI AG ihre Bilanz um 120 Millionen Euro korrigieren. TUI Travel müsse 120 Millionen Euro abschreiben, weil es "fehlerhafte Prozesse beim Abgleich von Forderungsbeständen" gegeben habe, teilte der Konzern mit. Der Finanzchef von TUI Travel, Paul Bowtell, trat wegen der Fehler zurück. Im Endeffekt wird das Eigenkapital der TUI Chart zeigen um die falsch gebuchte Summe gesenkt.

Nach Informationen aus dem Umfeld des Konzerns hatten sich viele kleine Buchungen über Jahre zu dem Betrag aufgebaut. So wurden Umsätze oft automatisch gebucht, aber Stornierungen mussten per Hand erfasst werden. Das habe dazu geführt, dass teilweise auch stornierte Umsätze in der Bilanz verblieben seien. In Hannover hieß es, vor allem die Muttergesellschaft habe auf die Korrektur der Geschäftszahlen gedrängt.

Keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis

Der TUI-Konzern hatte sein gesamtes Pauschalreise-Geschäft bei der Fusion mit dem britischen Anbieter im September 2007 bei TUI Travel Chart zeigen in London gebündelt. TUI hält an TUI Travel mit mehr als 50 Prozent die Kontrollmehrheit. In zwei Schritten sollen nun die 120 Millionen Euro mit dem Eigenkapital der TUI AG verrechnet werden. Auf das aktuelle Geschäft und auf die Aktionäre hätten die Vorgänge keine Auswirkungen, erklärte ein TUI-Sprecher. Die Ergebniserwartung für das Touristiksegment im Geschäftsjahr 2009/2010 bleibt unverändert gültig. TUI erwartet demnach weiter ein positives Konzernergebnis.

Das Jahr 2009 hatte TUI nur mit Hilfe des Hapag-Lloyd-Verkaufs mit Gewinn abgeschlossen. Im neunmonatigen Rumpfgeschäftsjahr erzielte TUI einen Nettogewinn von 401 Millionen Euro. Darin enthalten ist der Netto-Erlös von 844 Millionen Euro aus dem Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der Containerreederei.

fdi/dapd/dpa



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