Fangstopp Deutsche Krabbenfischer machen Ramadan-Pause

Das islamische Zuckerfest zwingt deutsche Krabbenfischer zur Zwangspause: Weil die Angestellten in den marokkanischen Krabbenpul-Zentren nicht arbeiten, herrscht an der Nordsee bald Fangstopp. Der Preis für die Meeresfrüchte fällt und bringt die Fischer in Existenznot.

Kutter vor Borkum: Das Zuckerfest drückt den Preis für deutsche Krabben
dpa

Kutter vor Borkum: Das Zuckerfest drückt den Preis für deutsche Krabben


Hamburg - Eine Woche lang werden die Kutter an der Nordsee vor sich hin dümpeln: Die deutschen Krabbenfischer müssen wegen des bevorstehenden Fests zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan für eine Woche pausieren.

Wie der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer mitteilte, haben die Angestellten in den Krabbenpul-Zentren in Marokko während des sogenannten Fests zum Fastenbrechen frei. Deshalb habe der niederländische Großhandel ab dem 22. August eine einwöchige Fangpause angesetzt. Die Niederländer gelten als größter Abnehmer der deutschen Krabbenfischer.

Hintergrund: Nordseekrabben werden nach dem Fang tiefgefroren, per Lkw nach Marokko transportiert, dort aufgetaut und geschält und wieder tiefgefroren und zu den Abnehmern gebracht.

Zuckerfest lässt Krabbenpreis fallen

Der Zwangsstopp hat wirtschaftliche Konsequenzen: Der Preis für Krabben sei nach Verbandsangaben auf 2,50 Euro pro Kilo gefallen, obgleich die Fischer ihre wöchentlichen Fangmengen bereits reduziert hatten. Die Krabbenfischer brauchen nach eigener Einschätzung mindestens drei Euro pro Kilo, um ihre Kosten zu decken. Im Frühjahr hatten sie vier Wochen gestreikt, nachdem die niederländischen Großhändler den Preis für ein Kilo auf 1,29 Euro drücken wollten. "Der Existenzkampf geht weiter", sagte André Hamann, Vorsitzender der Sparte Krabbenfischerei im Landesfischereiverband Schleswig-Holstein.

Ausnahmen von der einwöchigen Pause wird es nicht geben: Das auch als Zuckerfest bekannte Fest zum Ende des Ramadan gilt als eines der höchsten islamische Feste. Es wird von Muslimen überall auf der Welt gefeiert.

dis/AFP/dpa

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