Niedrigzinspolitik Fed hält still, Dax geht steil

Die US-Notenbank flutet den Anleihemarkt weiter mit Geld, die Anleger feiern. Der Dax übertrifft sein gerade erst erreichtes Allzeithoch. Doch das Stillhalten der Fed wirft auch kritische Fragen auf.
Dax-Anzeige: Weltweite Welle der Euphorie

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Foto: STRINGER/GERMANY/ REUTERS

Frankfurt am Main - Mit dem Aufschieben ihrer geldpolitischen Wende hat die US-Notenbank den Deutschen Aktienindex (Dax) am Donnerstag auf eine neue Bestmarke getrieben. Der Dax   legte kurz nach Handelsbeginn um 1,2 Prozent auf 8740 Punkten zu und übertraf damit das erst am Montag erreichte Allzeithoch von 8601 Punkten.

Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwochabend zur Überraschung vieler Beobachter den geldpolitischen Kurswechsel verschoben. Anstatt ihre Geldpolitik etwas zu straffen, behielt sie ihre zur Konjunkturstützung aufgelegten Wertpapierkäufe in unveränderter Höhe bei.

Der MDax   stieg um 0,79 Prozent auf 15.149,27 Punkte und markierte damit ebenfalls ein Rekordhoch. Der TecDax   zog um 0,70 Prozent auf 1.079,66 Punkte an. Für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,16 Prozent aufwärts.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten Lanxess   mit einem Plus von mehr als zwei Prozent. Die Titel machten damit ihre Vortagesverluste nahezu wieder wett. HeidelbergCement   setzten ihren Aufwärtstrend dagegen fort und notierten 2,4 Prozent fester.

Die Entscheidung sorge weltweit für eine Welle der Euphorie an den Aktienmärkten, sagte Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Börsenexperte Daniel Saurenz von Feingold Research gab allerdings zu bedenken, die Anleger könnten sich irgendwann fragen, warum die US-Wirtschaft nach Ansicht der Fed offenbar noch nicht einmal eine kleine Reduktion der Anleihekäufe verkrafte. Doch dieser Fakt werde aktuell schlicht ignoriert.

Auch die Währungen von Schwellenländern reagierten mit starken Kursgewinnen auf die Fed-Entscheidung. Die indische Rupie stieg um 2,8 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als vier Wochen, die indonesische Rupiah legte 1,5 Prozent zu. Die türkische Lira zog um drei Prozent an.

Das thailändische Baht, der malaysische Ringgit und der philippinische Peso erfreuten sich ebenfalls einer regen Nachfrage. Angesichts der erwarteten Zinswende hatten in jüngster Zeit viele Investoren Währungen der Schwellenländer abgestoßen, Experten warnten deshalb bereits vor einer neuen "Asien-Krise".

dab/dpa/Reuters