US-Notenbank Janet Yellen stimmt Finanzmärkte auf Zinserhöhung ein

Anleger warten gespannt auf die nächsten Schritte der US-Notenbank. Nun gibt Fed-Chefin Yellen das Signal für eine baldige Zinserhöhung. Ein zu langes Zögern sei unklug.

US-Notenbankchefin Janet Yellen
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US-Notenbankchefin Janet Yellen


US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Finanzmärkte mit deutlichen Worten auf bald steigende Zinsen vorbereitet. Ein solcher Schritt nach oben sei unter gewissen Bedingungen auf einer der nächsten Sitzungen "wahrscheinlich angebracht", sagte Yellen vor dem Bankenausschuss des Senats. Dazu müssten sich der Arbeitsmarkt und die Inflation im Einklang mit den Erwartungen der Zentralbank Fed entwickeln.

Es sei aus ihrer Sicht unklug, die Straffung zu lange hinauszuzögern. Die nächste Fed-Sitzung steht im März an. Die Wall Street reagierte mit Kursverlusten auf die Aussicht steigender Zinsen. Yellens Rede vor dem Ausschuss war ihr erster Auftritt vor dem Kongress seit dem Amtsantritt Trumps.

Viele Experten erwarten bislang, dass die Notenbank bis Juni mit einer Erhöhung wartet - wenn sich die Auswirkungen der Haushaltspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump auf die Wirtschaft besser abschätzen lassen. Eine Reuters-Umfrage unter 58 Ökonomen ergab, dass die Experten derzeit eher eine Erhöhung im Frühjahr und eine weitere im Winter erwarten. Zum Jahresende dürfte der Leitzins dann in einer Spanne zwischen 1,0 und 1,25 Prozent liegen. Die Fed hatte ihn Ende 2016 auf das aktuelle Niveau von 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben.

Angesichts der rund laufenden Wirtschaft hatte die Zentralbank damals drei Erhöhungen für 2017 in Aussicht gestellt. Viele Investoren gehen davon aus, dass die bereits rund laufende Konjunktur durch die Politik Trumps zusätzlich befeuert wird. Er plant radikale Steuersenkungen und Investitionen in Billionenhöhe.

Die mit diesen Vorhaben verbundene Unsicherheit macht es laut dem US-Währungshüter Jeffrey Lacker erforderlich, dass die Zinsen schneller steigen als an den Märkten derzeit allgemein erwartet wird. Es gebe gute Argumente für eine Erhöhung bereits im März. Zudem könnten mehr als drei Schritte in diesem Jahr nötig werden, betonte der Vertreter einer straffen geldpolitischen Linie.

kig/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
ambulans 14.02.2017
1. na denn viel spaß:
US-staatsschulden >110% vom BIP - BRD
ambulans 14.02.2017
2. >post #1
- beim nächsten mal, SPON, bitte vollständig, wenns recht wär, also: >US-staatsschulden >110% BIP - BRD (deutschland, capisce?) dagegen
mettwurstlolli 14.02.2017
3. Jep
Dann wird die EZB irgendwann nachziehen müssen, wenn man keinen gigantischen Kapitalexport riskieren will. Das wäre angesichts einer wachsenden Wirtschaft in der Eurozone bestimmt auch vertretbar. Nur die Schuldenkrisen im Süden Europas dürften sich dadurch wieder verschärfen. Das wird ein spannender Sommer.
waltersfritz 14.02.2017
4.
Frau Yellen eiert wieder wie letztes Jahr rum. Sie sieht laufend neue Risiken um längst fällige Zinserhöhungen rauszuschieben. Labertasche.
thequickeningishappening 15.02.2017
5. Das 1/4% dessen inneren Wert keiner erkennt
Nochmals: Als großer Zocker im Casino: Wenn die Zinsen von 1/4 auf 1/2 steigen dann verdoppeln sich meine Bedienungskosten für den Kredit! Bei 1% verdoppeln Sie sich nochmals! Da geht jedem Zocker Das Geld aus!!!
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