Fed-Entscheid US-Notenbank belässt Leitzins auf historischem Tief

Sieben Jahre nach dem Finanzkollaps ziert sich die US-Notenbank noch immer, den Leitzins anzuheben. Zwar habe sich die Lage der US-Wirtschaft "auf moderate Weise" verbessert - doch die Angst vor niedriger Inflation ist groß.

Fed-Chefin Yellen: Kommt der lang erwartete Zinsentscheid?
REUTERS

Fed-Chefin Yellen: Kommt der lang erwartete Zinsentscheid?


Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins auf dem historischen Tief von nahe Null belassen. Die sogenannte Fed-Funds-Rate liegt damit weiter in einer Spanne zwischen 0 und 0,25 Prozent, wie die Fed in Washington mitteilte. Auf diesem Niveau liegt der Zentralbankzins bereits seit Ende 2008.

Die konjunkturellen Daten in den USA hätten sich zwar "auf moderate Weise" verbessert, heißt es in einem Statement. Jüngste Entwicklungen in der Weltwirtschaft und auf den globalen Finanzmärkten könnten aber auch zu einer weiteren Zurückhaltung bei wirtschaftlichen Aktivitäten führen und würden vermutlich die Inflation in den USA weiter ausbremsen. Der Ausschuss sei zuversichtlich, dass sich die Inflation "mittelfristig" in Richtung des Zwei-Prozent-Zieles bewege.

Damit hält sich die Bank die Option offen, bei der nächsten anstehenden Entscheidung im Dezember den Leitzins zu erhöhen. Darauf könnte etwa deuten, dass die Zentralbank in der nun veröffentlichten Mitteilung eine Passage weg ließ, mit der sie noch vor wenigen Wochen die aus dem Ausland drohenden Gefahren für die US-Wirtschaft beschrieben hatte.

Angst vor einer globalen Rezession

Zuletzt hatte die US-Notenbank Mitte September vor einer Zinsanhebung zurückgeschreckt - anders als von manchen Experten erwartet. Beobachter beurteilten diese unveränderte Haltung im Jahr sieben nach dem Kollaps der US-Bank Lehman Brothers als Zeichen der Unsicherheit: Die Finanzwelt bleibt damit im Krisenmodus.

Alle großen Notenbanken der Welt halten den Leitzins nahe null. Geborgtes Geld gibt es also praktisch umsonst und weitgehend unbegrenzt. Das Ziel, Unternehmen zu Investitionen und Verbraucher zu Konsum anzutreiben, ist bislang jedoch weitgehend gescheitert: Das billige Geld hat bislang zu keinem globalen Aufschwung geführt, nur in einzelnen Ländern wie den USA oder Deutschland wächst die Wirtschaft einigermaßen normal.

Fed-Chefin Janet Yellen hat wiederholt deutlich gemacht, wie unsicher die Lage vor allem in Schwellenländern wie China oder Brasilien ist. Das hemmt die Geldpolitik auch in den USA. Yellen hatte zwar angedeutet, den Leitzins für die US-Wirtschaft in diesem Jahr noch zu erhöhen. Doch bislang überwiegt offenbar die Angst vor einer neuen globalen Rezession.

mxw/Reuters/dpa

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
salkin 28.10.2015
1.
Und ewig grüßt das Murmeltier. So hangelt man sich von Termin zu Termin obwohl jeder weiß, dass man die Zinsen nicht erhöhen kann weil die Akteure an den Finanzmärkten das nicht wünschen. Auch die Herren von der EZB schwadronieren durch die Gegend mit der Legende von der niedrigen Inflation die ja so schädlich ist. Für wen eigentlich? Japan lässt grüßen als Beispiel für den Unsinn mit der Nullzinspolitik und dem QE das nur die Erhöhung der Staatsverschuldung alimentiert.
peterpretscher 28.10.2015
2. Yellen liebt die Null.....
.....und Europa und China folgen. Die Aktienmärkte lieben auch die Null(Zinsen)! Aber für wie lange?
exil-berliner 28.10.2015
3. Rien ne va plus!
Heute war wieder ein guter Tag um Geld zu verdienen (oder zu verlieren) ;-)
ichsagemal 28.10.2015
4.
...nü bleibt denen bei 18.150.207.695.360 $ Schulden etwas anderes übrig? Nur Krämerseelen in Deutschland träumen den Traum einer schwarzen Null. Die sollten mal wieder ne Runde Monopoly spielen, da lernt man für's Leben und den Wert von Realgütern .Aber alles Neuland oder was?!
Cyberfeld 28.10.2015
5. Nun das ist gar nicht so einfach zu beantworten
Zitat von salkinUnd ewig grüßt das Murmeltier. So hangelt man sich von Termin zu Termin obwohl jeder weiß, dass man die Zinsen nicht erhöhen kann weil die Akteure an den Finanzmärkten das nicht wünschen. Auch die Herren von der EZB schwadronieren durch die Gegend mit der Legende von der niedrigen Inflation die ja so schädlich ist. Für wen eigentlich? Japan lässt grüßen als Beispiel für den Unsinn mit der Nullzinspolitik und dem QE das nur die Erhöhung der Staatsverschuldung alimentiert.
Nun wir wollen Inflation damit Schulden vernichtet werden und das geht nur ihn dem man das Geld entwertet(langsam). Der Grund warum Inflation überhaupt existiert hat 2 Gründe : 1.) Weil Unternehmer mehr Gewinne machen wollen und darum die Preise anheben. 2.) Zur Kompensation des Zinseszins-Effekts der die Schulden/Geldmenge überproportional zum Wirtschaftswachstum anwachsen lässt. Ihn der Regel sind wir mit 2% angestrebten Inflation sogar zu tief die Geldmenge wächst jedes Jahr um ca. 5%. Das führt mit den Banken die sie Zinsen einnehmen zu : 1.) Verstärkten umschichten von Geld von Unten nach Oben. 2.) Das die Reichen nicht mehr wissen wohin mit ihren Geld => Spekulationsblasen. Das führte 2008 zum Ölpreis Anstieg, Zinserhöhung(um neues Geld teurer zu machen) und Hypotheken Crash, Bankenkrise, Eurokrise etc. Das Problem ist nur mehr Geld erzeugt ungleich früherer Erfahrungen nicht mehr Inflation oder mehr Kredite, das hat auch mehrere Gründe: 1.) Kreditgeber haben es schwer in der relativ instabilen Wirtschaftssituation Kreditnehmer zu finden die ausreichen Bonität haben aus ihrer Sicht. 2.) Die Basel III Ziele machen es den Banken schwere Kredite zu vergeben. 3.) Die Löhne steigen nicht und damit auch nicht die Verbraucherpreise, ihm Prinzip gibt es ihn einer Globalisierten Wirtschaft eine direktes Feedback vom Verbraucher bis zum Produzenten(so fern der Supermarkt was abgibt) was die Preise angeht. 4.) Die allgemeine Wirtschaftssituation ist eher mild damit fast ihm Bereich der Deflation(z.b.Ölpreis fällt) 5.) Innovationen lassen es leichter zu die eigenen Kosten zu senken als die Preise anzuheben, hinzukommt man brauch weniger Personal was durch höhere Arbeitslossichkeit den Deflationsdruck noch erhöht. Ihm Prinzip drängt diese Verkrustung des Wirtschaftssystems die Staaten in den Bankrott, auf kurzer Sicht hält sie die Inflation nahe 0% bis eine neue Weltwirtschaftskrise kommt oder eine total Entwertung der derzeitigen Währung. Man muss dazu sagen die Probleme sind nicht nur technischer Natur, sondern auch gesellschaftlich da viele Dinge sich ändern werden egal wie sehr man sich dagegen sträubt.
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