US-Notenbank Fed Das Geld bleibt billig - vorerst

Der Leitzins soll noch für "beträchtliche Zeit" nahe null bleiben, das ist die Linie der US-Notenbank. Fed-Chefin Yellen hat aber angedeutet: Im nächsten Jahr könnte sich das ändern.

Fed-Chefin Yellen: Bei der Normalisierung der Geldpolitik "geduldig" sein
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Fed-Chefin Yellen: Bei der Normalisierung der Geldpolitik "geduldig" sein


Washington - Die US-Notenbank Fed spielt bei der Straffung ihrer Geldpolitik auf Zeit. Obwohl sich die Wirtschaft im Aufschwung befindet und die Arbeitslosenquote auf dem tiefsten Stand seit sechs Jahren liegt, bekräftigten die Mitglieder des Offenmarktausschusses in Washington am Mittwoch ihr Niedrigzins-Versprechen.

Man werde bei der geplanten Normalisierung der Geldpolitik "geduldig" sein, hieß es in einem Statement. Die Formulierung lässt darauf schließen, dass eine Straffung der Geldpolitik näher rückt.

Fed-Chefin Janet Yellen sagte, die wirtschaftliche Entwicklung sei entscheidend für den Zeitpunkt einer Zinserhöhung. Es werde aber wohl noch einige Fed-Treffen brauchen - was bedeuten würde, dass der Leitzins erst im April 2015 angehoben würde. "Die Folgen der Finanzkrise belasten weiter - die Wirkung lässt jedoch nach", sagte Yellen am Abend in Washington.

Erleichterung an der Wall Street

Die Notenbanker selbst gehen im Mittel davon aus, dass der Leitzins Ende 2015 bei 1,125 Prozent liegen wird. Im September hatten sie noch einen Wert von 1,375 Prozent angepeilt. Für Ende 2017 wird ein Zinsniveau von 3,625 Prozent prognostiziert, wohingegen bislang 3,75 Prozent erwartet worden waren. Die Durchschnittswerte ergeben sich aus den Erwartungen der einzelnen Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses FOMC. Diese geben die Notenbanker während der zweitägigen Zinssitzung ab. Einige Beobachter warnen davor, den Erwartungen zu viel Beachtung beizumessen. Auch Fed-Chefin Janet Yellen hat ihre Bedeutung mehrfach relativiert. Eine Tendenz, wohin die geldpolitische Reise im FOMC geht, kann den Erwartungen aber wohl nicht abgesprochen werden.

Seit der letzten großen Finanzkrise Ende 2008 liegt der Zins in einer historisch niedrigen Spanne zwischen null und 0,25 Prozent. Im Oktober hatte die Fed aber bereits ein milliardenschweres Anleihe-Kaufprogramm zur Stützung der Konjunktur beendet.

An der Wall Street hat die Aussicht auf weiterhin reichlich vorhandenes Billiggeld für Erleichterung gesorgt: Der Dow Jones Chart zeigenIndustrial baute seine Gewinne auf zuletzt 1,54 Prozent bei 17.330,37 Punkten aus. In der Spitze war er fast bis auf 17.372 Punkte gestiegen.

mia/dpa/Reuters



insgesamt 9 Beiträge
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Werner Holt 17.12.2014
1. Mit 18 Billionen Schulden
kann man nicht auch noch Zinsen zahlen. Wo soll es denn herkommen.
enni3 17.12.2014
2.
Zitat von Werner Holtkann man nicht auch noch Zinsen zahlen. Wo soll es denn herkommen.
Das ist eigentlich kein Problem. Solange man Zinsen unter der Inflationsrate zahlt, zahlt man nicht nur die Zinsen sondern leistet sogar effektiv Schuldendienst. Das ist KApitalismus. Deutschland hat z.B. auch keine Rekordsteuernahmen jedes Jahr gehabt. Außerdem bin ich es leid immer wieder wiederholen zu müssen. Die Rückzahlung der Schulden ist in dem System nicht vorgesehen. Der optimale Zustand des Kapitalismus ist eine Verschuldung zu erzeugen, bei der die Zinslast an die Leistungsfähigkeit des Schuldners geht und sie dann da zu halten. Geht die Zinslast über die Leistungsfähigkeit kollabiert der MArkt, weil der Schuldner irgendwann nicht mal mehr die Zinsen mit Umschuldung leisten kann (den Risikoaufschlag, wie es gerne heißt). Sind die Schulden weg kann auch niemand Geld akkumulieren. Der KApitalismus braucht die Schulden, solange durch die Zinsen eine Umverteilung von unten nach oben erfolgt, läuft das System mit Schulden am maximalen Limit in bester Manier und ist auch so gewollt.
tdi-meister 17.12.2014
3. Geld = Schuld
Solange wir ein privates Schuld- (Falsch-) Geldsystem haben, wird sich das nicht mehr ändern können. Es sei denn kurzfristig, indem Guthaben gegen Schulden gestrichen würden. Das würde man Enteignung bzw Währungsreform nennen. Kleiner Exkurs in Geldtheorie: https://www.youtube.com/watch?v=tOU4K0CixJM
muellerthomas 17.12.2014
4.
Auch bei deutlich höheren Zinsen läge die Zinsbelastung noch unter dem Niveau der 90et Jahre. Die Staatsschuldenquote sinkt zudem seit Anfang des Jahres.
855folsom 18.12.2014
5. Besser Null Zinsen
Als 17%. Trotzdem kauft alle Welt Dollar, den Rubel keiner. Woran liegt das wohl?
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