Geldpolitik US-Zentralbank erhöht Leitzins

Die amerikanische Zentralbank setzt ihre vorsichtige Wende in der Geldpolitik fort - und hat den US-Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Janet Yellen
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Janet Yellen


Die US-Notenbank Federal Reserve hat erneut ihren Leitzins erhöht. Das Zielniveau liegt damit nun bei 1,0 bis 1,25 Prozent und damit um 0,25 Punkte höher als bisher, teilte die Fed nach einer Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses am Mittwoch mit.

Die Fed setzt damit ihren Kurs fort, die Geldpolitik nach der Finanzkrise 2007/2008 zu normalisieren - und signalisierte eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr.

Vorausgegangen waren Jahre einer ultralockeren Geldpolitik, mit dem Ziel, die US-amerikanische Wirtschaft anzukurbeln. (Hier erfahren Sie, wie sich Zinsen auf die Wirtschaft auswirken).

Zuletzt hatte sich jedoch der US-Arbeitsmarkt als sehr stabil erwiesen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei niedrigen 4,3 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 16 Jahren. Auch die Preise ziehen langsam an. Die amerikanische Zentralbank hatte 2015 eine vorsichtige Wende in der Geldpolitik begonnen - und die Zinsen 2015 und 2016 jeweils ein Mal erhöht. In diesem Jahr hat die Federal Reserve das Tempo erhöht: Im März war die erste Zinsanhebung erfolgt.

Der neue US-Präsident Donald Trump will der Konjunktur durch radikale Steuersenkungen und Milliarden-Investitionen einen Schub verleihen. Er gilt als Kritiker von Zentralbankchefin Janet Yellen.

Historisch gesehen sind die Leitzinsen in den USA auch nach der Erhöhung immer noch sehr niedrig. Anfang der Neunzigerjahre zum Beispiel lag der Satz noch bei acht Prozent, selbst 2007 waren es noch fünf Prozent. In der Finanzkrise ab 2008 hatte die Fed den Satz dann radikal auf null Prozent gesenkt und die Finanzmärkte mit Geld geflutet, um die Folgen der Wirtschaftskrise einzudämmen.

beb/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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alice-b 14.06.2017
1. Ja
Ja, die EZB sitzt jetzt in der von ihr selbst gestellten Falle, weil sie indirekt Staatsschulden aufgekauft hat und kauft. Was nicht zu der Aufgabe der EZB gehört.
lalito 14.06.2017
2. aha
Krise nach zehn Jahren also vorbei. Wie gut, dass im vergangenen Jahrzehnt auch dafür gesorgt wurde, dass Regierungen durch systemisch relevante Konglomerate nicht mehr erpressbar sind. Und da sagt der Volksmund, aus der Vergangenheit würde nichts gelernt . . .
trabajador5 14.06.2017
3.
Der Leitzins wurde nicht um 0,25 Prozent erhöht, sondern im 0,25 Prozentpunkte. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Wer ihn findet, bekommt ein Eis! - - - - Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. Redaktion Forum
Haudegen 14.06.2017
4. Gelder aus Europa fliessen nun mehr und mehr ab ...
und damit wird das Bestreben der EZB, billiges Geld für die Wirtschaft in der Eurozone bereitzustellen, konterkariert. Auf der anderen Seite kann die EZB die Zinsen auch gar nicht erhöhen, da Italien dann an der Last zusammenbrechen würde und damit wiederum die Eurozone vor eine Zerreißprobe stellt. Bei den Banken der EU gibt es mehr und mehr Negativzinsen für geparktes Geld - allem voran bei der EZB. Nun weiß man als Anleger der auf Sicherheit setzt wohin mit dem Geld. Die EZB hat sich nun eine griechische Tragödie gezimmert. Danke Herr Draghi!
salkin 14.06.2017
5.
Solange die aufgeblähte Bilanzsumme nicht reduziert wird sind diese homöopathischen Zinserhöhungen für die Katz. Die FED kauft weiterhin Staatsanleihen in Höhe der fälligen Beträge einschließlich Zinsen. Die Überflutung des Geldmarktes bleibt somit unverändert wodurch sich die Zinserhöhungen praktisch nicht auswirken. Erst eine nennenswerte Straffung durch Reduzierung der Bilanzsumme führt zu einer Normalisierung. Das gleiche wird uns bei der EZB Politik auch noch blühen.
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