Fehlberatung Britische Banken wollen Kunden mit Milliarden entschädigen

Englands Banken strecken die Waffen: Weil sie Kunden falsch beraten haben, müssen die Institute Schadensersatz von mehr als acht Milliarden Pfund zahlen. Nach monatelangem Widerstand gibt sich die Branche nun kooperativ.


London - Monatelang haben sie sich gegen die Strafe gewehrt - jetzt geben Englands Banken auf: Der zentrale Verband der Institute hat angekündigt, Kunden für Fehlberatungen beim Verkauf von überteuerten Lohnausfallversicherungen zu entschädigen. Insgesamt drohen ihnen Schadensersatzzahlungen von mehr als acht Milliarden Pfund.

Der Bankenverband kündigte an, auf weitere rechtliche Schritte gegen die von der Bankenaufsicht geforderten Kompensationen zu verzichten. Im April hatten die Banken einen entsprechen Prozess vor Gericht verloren.

Die Institute sollen ihren Kunden sogenannte Payment Protection Insurances (PPI) ohne ausreichende Beratung angedreht haben. Mit diesen Restschuldversicherungen sollten sich Arbeiter und Angestellte für den Fall absichern, dass sie bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit ihre Kreditkartenrechnungen und Hypothekenkredite nicht mehr hätten zahlen können.

Verbraucherschützer warfen ihnen auch vor, die mit extrem hohen Prämien versehenen Policen an die Darlehensvergabe gekoppelt zu haben. Insgesamt sollen rund 20 Millionen dieser Restschuldversicherungen in Kraft sein. Beschwerden über die PPI-Verträge häuften sich, doch die Banken lehnten diese zumeist ab. Dagegen entschied ein unabhängiger Ombudsmann in der Regel zugunsten der Verbraucher.

"Wir machen nicht immer alles richtig für unsere Kunden"

Als erste Bank hatte in der vergangenen Woche Lloyds die Waffen gestreckt und 3,2 Milliarden Pfund für die drohenden Zahlungen beiseite gelegt. Er wolle einen Schlussstrich unter dieses Kapitel der Vergangenheit legen, hatte der erst seit Anfang März amtierende Chef António Horta-Osório seinen Schritt begründet. Dem konnten sich die übrigen Großbanken nach Experteneinschätzung nicht mehr verschließen.

Am Montag kündigte Barclays an, eine Milliarde Pfund zurückzustellen. "Wir machen nicht immer alles richtig für unsere Kunden", erklärte Vorstandschef Bob Diamond. "Wenn wir sie falsch beraten haben, entschuldigen wir uns dafür und werden die Sache richtigstellen."

Konkurrent HSBC schrieb 440 Millionen Pfund ab und musste auch deshalb im ersten Quartal einen Rückgang des Vorsteuergewinns hinnehmen. Das Unternehmen betonte aber, dass es derzeit noch unklar sei, wie hoch die tatsächlichen Kosten sein werden. So wisse die Bank noch nicht, wie viele Kunden tatsächlich Ansprüche anmelden.

Die in der Krise verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) konnte am Freitag bei der Vorlage ihrer Quartalszahlen die möglichen Belastungen noch nicht beziffern. Analysten der Deutschen Bank rechnen mit Rückstellung von rund einer Milliarden Pfund.

ssu/dpa-AFX



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JaguarCat 09.05.2011
1. Riesenerfolg der Verbraucherschützer
Auch hierzulande wird mit diesen Restschuldversicherungen geworben. Tatsächlich habe ich aber Leute gesehen, die arbeitslos geworden sind, aber, weil sie das Kleingedruckte nicht kapierten und zu früh mit den eigenen Zahlungen aufhörten, die Restschuldversicherung nicht in Anspruch nehmen konnten ... Auf jeden Fall ist die Entwicklung in Großbritannien ein Riesenerfolg für die dortigen Verbraucherschützer! Hoffen wir auf ähnliche Erfolge hier, denn die Vertriebsmethoden waren hierzulande garantiert nicht korrekter als in Großbritannien...
inci 09.05.2011
2. oooo
Zitat von JaguarCatAuch hierzulande wird mit diesen Restschuldversicherungen geworben. Tatsächlich habe ich aber Leute gesehen, die arbeitslos geworden sind, aber, weil sie das Kleingedruckte nicht kapierten und zu früh mit den eigenen Zahlungen aufhörten, die Restschuldversicherung nicht in Anspruch nehmen konnten ... Auf jeden Fall ist die Entwicklung in Großbritannien ein Riesenerfolg für die dortigen Verbraucherschützer! Hoffen wir auf ähnliche Erfolge hier, denn die Vertriebsmethoden waren hierzulande garantiert nicht korrekter als in Großbritannien...
na ja, es dürften nicht nur "britische" banken sein, auch etliche renommierte deutsche geldhäuser dürften darunter fallen. für die deutschen idioten-michel wird am ende nix mehr übrig bleiben, da wir ja vorher alle anderen abgefunden haben. dafür darf der deutsche idioten-michel weiterhin in die breschen springen die sich schon aufgetan haben, bzw. noch auftun werden. die deutschen politiker können heilfroh sein, daß wir hier in deutschland angeblich ja in einer altenrepublik leben. nicht auszdenken, was hier los sein könnte, wenn die mehrheit der bürger unter 30 jahre alt wäre.....
schlagg 11.05.2011
3. Citi/Targobank
Da sollte doch die Targobank (Citibank) endlich mal zu Ihrer Verantwortung stehen. Ca. 60% der Beschwerden in diesem Bereich wurden/werden von ihr verursacht - bei einem Marktanteil von sieben (!) Prozent
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