Rückzug aus Autoimperium Piëch macht Ernst und verkauft Porsche-Anteile

Der VW- und Porsche-Patriarch Ferdinand Piëch hat seine Ankündigung wahr gemacht und einen Großteil seiner Aktien verkauft. Ein Posten bleibt ihm - zunächst.

Ferdinand Piëch
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Ferdinand Piëch hat Ernst gemacht und die meisten seiner Anteile von bisher 14,7 Prozent am VW-Großaktionär Porsche SE Chart zeigen verkauft. Am Montag seien Verträge unterzeichnet worden, mit denen Piëchs Privatstiftungen den wesentlichen Teil ihrer Stammaktien an der Holding an andere Mitglieder der Familien Porsche und Piëch übertrügen, teilte das Unternehmen mit.

Zum Wert der Transaktion machte das Unternehmen keine Angaben. Die gesamten Anteile von Piëch an Porsche sind rund 1,2 Milliarden Euro wert. In der Pressemitteilung heißt es weiter, dass eine der Stiftungen von Ferdinand Piëch weiter geringfügig an der Porsche SE beteiligt bleibe. Die Porsche SE kontrolliert mit einem Anteil von gut 52 Prozent den Volkswagen Chart zeigen-Konzern.

Piëch war jahrzehntelang einer der wichtigsten Akteure in der deutschen Autobranche. Er war Vorstandschef von Audi und dann von Volkswagen, 2002 rückte er an die Spitze des VW-Aufsichtsrats.

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Gerade in den letzten Jahren hatte er aber mit seiner harten Haltung die Familie gespalten. Zuletzt ging er zum ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn "auf Distanz" und wollte ihn als seinen Nachfolger an der Aufsichtsratsspitze von VW verhindern. Wolfgang Porsche als Sprecher seines Familienstamms sah sich damals sogar genötigt, sich hinter Winterkorn und gegen Piëch zu stellen. Nach dem verlorenen Machtkampf legte Piëch im April 2015 alle seine VW-Ämter nieder. Nur das Aufsichtsratsmandat bei der Porsche SE blieb ihm.

Dieses Mandat darf er überraschend zunächst behalten. Der 79-Jährige sitzt schon seit 1981 in dem Kontrollgremium von Porsche, damals firmierte das Unternehmen noch in der Rechtsform Porsche KG. Auf der Hauptversammlung der Firma Ende Mai in Stuttgart soll er in seinem Amt bestätigt werden.

man/Reuters/dpa



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ayberger 03.04.2017
1. Richtig gemacht,
mit Autos wird in Zukunft kein großes Geld mehr zu verdienen sein, er soll sein Kapital besser in zukunftsträchtigere Branchen stecken, nein - nicht in Zäune und Abwehrsysteme in Eurpas Süden ..., besser in erneuerbare Enerergien, Agrar- und Nahrungsmittelschemie & Co., die explodierende Weltbevölkerung wird einen Riesenhunger haben ...
obruni.ningo 03.04.2017
2. Nur konsequent...
Ein konsequenter Schritt der Respekt verdient. Eine Entscheidung die allen Beteiligten dient. Auch mit diesem letzten Schritt zeigt Piech Verantwortung und Augenmaß. U.a. ohne jeden medialen Affenzirkus bleibt der Mann sich selbst treu.
MPS 03.04.2017
3. Mit 79 Jahren kann man sich
doch auch einmal zurückziehen. Das Geld könnte er Bildungseinrichtungen zur Verfügung stellen und dann evtl. sein Leben Revue passieren lassen. Das Buch würde ich sicher kaufen. Ich vermute aber, dass eine Darstellung wie bei Kafkas "Auf der Galerie" uns verwehrt bleibt. Schade, eigentlich.
visitor_2007 03.04.2017
4. nach Rosen duftend..
Wie war doch noch mal die Entwicklung? Frühjahr 2015 ging Herr Piech "auf Distanz" zu Herrn Winterkorn und verlor den (angeblichen?) Machtkampf krachend. Und nicht mal ein halbes Jahr später, als über Herrn Piech niemand mehr sprach, tauchte quasi aus dem Nichts der Abgasskandal auf. Wer hatte ins Klo gegriffen und wer duftete nach Rosen? Reiner Zufall das Ganze.....
spontanistin 03.04.2017
5. Richtig!
Große Kursgewinne oder Dividenden sind von diesem Skandal-Konzern in den nächsten Jahren ohnehin nicht zu erwarten. Da gibt es für den Ferdinand sicher lukrativere Anlagemöglichkeiten. Und nach dem W12 und 1 Liter Auto wird ihm VW für seinen Privatspaß ohnehin kein innovatives Verbrennungsmotorkonzept mehr bauen können.
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