Ferdinand Piëch und das E-Auto-Projekt von Sohn Anton "War nie dabei, bin nicht dabei"

Ein Elektrosportwagen mit dem Namen Piëch - diese Modellstudie erregte beim Genfer Autosalon vor Kurzem Aufsehen. Der Ex-VW-Übervater soll für das Vorhaben eines Sohnes aber nicht allzu viel übrig haben.

Ex-VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch
Julian Stratenschulte/dpa

Ex-VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch


Als Patriarch alter Schule zog Ferdinand Piëch jahrelang die Strippen beim weltgrößten Autobauer Volkswagen. Heute investiert der Konzern Milliarden in den Wandel zur Elektromobilität - aber das viel beachtete E-Projekt seines Sohnes Anton verfängt bei Piëch senior nicht so recht.

Entsprechend äußerte sich der frühere Vorstands- und Aufsichtsratschef von VW jetzt in der "Bild am Sonntag": "Ich war nie dabei, ich bin nicht dabei und werde nicht bei dem Projekt beteiligt sein", erklärte der 81-Jährige.

Piëch hatte den Wolfsburger Autohersteller ab den Neunzigerjahren in die Weltspitze geführt. Ihm und seinem Ziehsohn - dem über die Abgasaffäre gestolperten späteren VW-Chef Martin Winterkorn - sagte man nach, wegen ihrer Autoleidenschaft "Benzin im Blut" zu haben. Doch die Branche ist inzwischen in einem rasanten Umbruch hin zu Elektroantrieben, autonomem Fahren und neuen Dienstleistungen.

Serienstart in zwei Jahren?

Sohn Anton hatte kürzlich auf dem Genfer Autosalon einen eigenen Sportwagen präsentiert - der PS-Protz soll auch von einem E-Motor auf Touren gebracht werden. Bis zum geplanten Serienstart in zwei Jahren könnte aus der "Mark Zero" genannten Studie eine ganze Modellfamilie entstehen. Es werde noch nach Investoren gesucht. Anton Piëch sagte der Zeitung: "Mein Vater ist in keiner Form und zu keiner Zeit an dem Projekt beteiligt." Beim Autosalon hatte er zudem bereits eingeschränkt: "Nur weil Piëch draufsteht, wird das Auto niemand kaufen."

Dem Bericht zufolge soll Vater Piëch vom Konzept des Filius nicht besonders überzeugt sein. Angeblich sträubt er sich auch gegen die Nutzung des Familiennamens für das Fahrzeug. Auf der Messe in Genf hatten einige Besucher die Wahl der Bezeichnung als subtilen Seitenhieb gegen die hochprofitable VW-Konzernmarke Porsche gewertet, zu deren Eignerfamilie die Piëchs ein oft spannungsreiches Verhältnis haben.

Mächtige Eigentümerfamilien

Ferdinand Piëchs Cousin Wolfgang Porsche ist mächtiger Aufsichtsratschef bei der Porsche AG sowie bei der VW-Dachgesellschaft Porsche-Holding. Er sitzt auch im Kontrollgremium von Volkswagen. Nachdem Piëch im Frühjahr 2015 "auf Distanz" zum damaligen VW-Chef Winterkorn gegangen war, gab es eine lange Auseinandersetzung über die weitere Führung des Wolfsburger Autoriesen.

jap



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