Umstrittene Finanzhilfen EU-Gericht kippt Freigabe der Corona-Staatshilfe für Condor

Die Europäische Kommission hat Fehler bei der Genehmigung der Corona-Hilfskredite für den Ferienflieger gemacht. Unmittelbare Folgen für die Airline hat die Entscheidung aber nicht. Geklagt hatte der Rivale Ryanair.
Flugzeuge von Condor: Umstrittene Hilfsgelder

Flugzeuge von Condor: Umstrittene Hilfsgelder

Foto: Christian Charisius / dpa

Etappensieg für die Billigfluglinie Ryanair: Das Unternehmen hat vor dem Gericht der EU einen Erfolg gegen staatliche Coronahilfen für die deutsche Condor erzielt. Die Richter kippten den Beschluss der EU-Kommission zur Genehmigung der Beihilfe. Die Entscheidung der Brüsseler Behörde sei nicht ausreichend begründet, erklärte das Gericht in Luxemburg. Praktisch hat das aber zunächst keine Folgen: Die Wirkung der sogenannten Nichtigerklärung wurde ausgesetzt, bis die EU-Kommission einen neuen Beschluss gefasst hat. (Rechtssache T 665/20).

Deutschland hatte im April 2020 die Beihilfe zugunsten von Condor in Brüssel angemeldet. Dabei ging es um zwei staatlich abgesicherte Darlehen mit vergünstigtem Zinssatz im Umfang von 550 Millionen Euro. Hintergrund waren Schäden durch Streichung oder Verschiebung von Flügen wegen Reisebeschränkungen in der Coronapandemie. Der Billigflieger Ryanair klagte gegen die Freigabe durch die Kommission. Das Unternehmen moniert unter anderem Verletzungen des freien Dienstleistungsverkehrs.

Der Fall Condor ist einer von vielen, in denen Ryanair gegen staatliche Coronahilfen für Konkurrenten vorgeht. Bisher hatte der Kläger in einigen Fällen Erfolg, in anderen aber nicht.

mic/dpa
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