Übernahme Post verkauft Fernbusgeschäft an Flixbus

Auf dem deutschen Fernbusmarkt gehen die Nummer eins und Nummer zwei zusammen: Marktführer Flixbus übernimmt nach eigenen Angaben das Geschäft des Konkurrenten Postbus.

Postbus und Flixbus in Hamburg
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Postbus und Flixbus in Hamburg


Die Zahl der Fernbusanbieter in Deutschland schrumpft weiter.

Der Marktführer Flixbus übernimmt das Geschäft des Konkurrenten Postbus. Die ersten Linien der Fernbus-Sparte der Deutschen Post sollen ab November in das Flixbus-Netz integriert werden. Das sagte Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur.

Ende Juni hatte Flixbus den britischen Konkurrenten Megabus übernommen und damit seine europaweite Expansion vorangetrieben. Anfang des Jahres besaß das im Februar 2013 gegründete Unternehmen nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens Iges in Deutschland einen Marktanteil von 71 Prozent - vor Postbus mit zehn Prozent.

Die Nummer zwei auf dem deutschen Fernbusmarkt war im November 2013 als Kooperation mit dem ADAC an den Start gegangen. Der Autoclub stieg im November 2014 aus dem Projekt aber wieder aus, die Post betrieb das Geschäft allein weiter.

Zum Kaufpreis wollte Flixbus-Gründer Schwämmlein keine Angaben machen. Der Deal werde aber zusätzliche Einnahmen von 15 bis 20 Millionen Euro jährlich bringen. Die Übernahme ist am Montag in Kraft getreten.

In einem ersten Schritt komme es nun darauf an, die Fahrpläne beider Anbieter anzupassen und das Streckennetz zu verbessern, sagte Schwämmlein. Bislang parallel fahrende Linien auf Verbindungen wie etwa München-Berlin sollen zugunsten neuer Ziele reduziert werden. "Wir wollen zum Beispiel die Küste häufiger anfahren und den grenzüberschreitenden Verkehr ausbauen, vor allem aber die Regionen stärken." Profitieren würden Kleinstädte, die bisher noch nicht an das Fernbusnetz angeschlossen sind.

Flixbus will mit der Übernahme auch neue Kundengruppen gewinnen. "Während wir durch unsere Positionierung vor allem ein junges, onlineaffines Publikum ansprechen, hat die Post durch Offline-Vertriebskanäle auch Senioren oder Familien erreicht", erklärte der Flixbus-Gründer. "Wir möchten jetzt ein Produkt für alle Alters- und Zielgruppen bieten."

Darüber hinaus wollen Flixbus und Post in der Logistik zusammenarbeiten. Derzeit testet das Bonner Unternehmen einen Express-Kurierservice zwischen Hamburg und Berlin, bei dem DHL-Pakete taggleich mit dem Fernbus versendet werden. "Wir prüfen, wie wir diesen Service gemeinsam mit Flixbus ausweiten", sagte der Geschäftsführer von Deutsche Post Mobility, Joachim Wessels.

stk/dpa



insgesamt 110 Beiträge
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Rechtschreibkorrektur 03.08.2016
1. 71%? Bundeskartellamt? Aufwachen. Hallo?
MfG
ccpppiwi 03.08.2016
2. Bensheim
"Profitieren würden Kleinstädte, die bisher noch nicht an das Fernbus-Netz angeschlossen sind." Wie wäre es, wieder Bensheim anzufahren? Der unfähige Kundenservice hat mir in mehreren Mails versichert, Bensheim wäre weiterhin ein Flixbus Standort, nur fahren seit langem laut Verbindungssuche keine Busse mehr von da ab. So gesehen ist wohl jede Stadt in Deutschland eine Flixbus Haltestelle???
Esreicht 03.08.2016
3. Und damit dürfte eine attraktive ....
...Option zur Bahn bald teurer werden, schade.
Herr Schäuble 03.08.2016
4.
Und wieder einmal scheitert die Politik so etwas zu verhindern.
bbrot99 03.08.2016
5. und da sagt das Kartellamt nichts??
Von ohnehin marktdominierenden 70% auf dann 80% -sollte da das Kartellamt nicht einschreiten? Es ist eh nicht verständlich, warum Linienbusse trotz LKW Charackter keine Maut zahlen müssen, nun also auch noch ein Quasi-Monopol. Am Ende zahlt der Steuerzahler mehrfach - für die Strassenschäden, die Umweltschäden durch Dieselabgase und am Ende auch noch für die Arbeitslosen bzw. Aufstocker.... Man sieht auch immer häufiger Flixbusse mit ausländischen Kennzeichen - da bleibt dann in Deutschland nicht einmal mehr die KFZ Steuer oder Lohnsteuer hängen. Aus meiner Sicht eine katastrophale Entwicklung
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