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09. März 2015, 07:18 Uhr

Sorge um Fernbus-Boom

Anbieter klagen über zu wenige Busfahrer

Fernbusse sind bei Reisenden in Deutschland beliebt. Doch die Betreiber sehen laut einer Umfrage ein großes Problem auf die Branche zukommen: Ihr gehen die Fahrer aus.

Berlin - Noch vor einiger Zeit schienen Busreisen das Vergnügen von Seniorengruppen zu sein. Doch inzwischen haben auch jüngere Reisende den Bus dank günstiger Preise wieder als Verkehrsmittel entdeckt. Entsprechend gut läuft es für die Fernbusanbieter. Allerdings sorgen sich diese nun um ihr Geschäft. Denn laut einem Bericht der "Welt" fürchtet die Branche erhebliche Rückschläge durch den Fahrermangel.

Dieses Problem bleibe die "größte Bedrohung der Busbranche", zitierte die Zeitung eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer. Demnach wird diese Einschätzung von 74 Prozent der beteiligten Unternehmen aus Nahverkehr, Touristik und Fernlinienverkehr vertreten. Von den Fernbus-Betreibern erwarteten sogar 80 Prozent, dass sie ein "zunehmendes Problem mit dem Mangel an Fahrern bekommen".

Die Anbieter machen sich auch mit einem teils ruinösen Preiswettbewerb Konkurrenz. Entsprechend haben sich einige Anbieter auch schon wieder aus dem Geschäft zurückgezogen oder fusionieren. Die beiden Marktführer MeinFernbus und Flixbus schlossen sich kürzlich zusammen. Die Deutsche Bahn geht ebenfalls in die Offensive und will ihr Angebot bis 2016 vervierfachen. Einen größeren Anteil an dem hart umkämpften Geschäft strebt auch die Deutsche Post an.

Zum Schutz der Deutschen Bahn war der Fernbusverkehr in Deutschland bis 2012 per Gesetz weitgehend verboten. Seit der Freigabe Anfang 2013 boomt der Markt. Das Berliner Iges-Institut schätzt den Fernbusmarkt für das vergangene Jahr auf etwa 20 Millionen Fahrgäste.

mmq/Reuters

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