Möglicher Autogigant Fiat Chrysler und PSA verhandeln über Fusion

Wenn schwere Zeiten bevorstehen, suchen sich Konzerne oft Verbündete: So könnte es in der Autoindustrie eine Großfusion geben. Fiat Chrysler und der französische PSA-Konzern bestätigten entsprechende Gespräche.

Fiat-Logo: Traum vom weltweiten Autogiganten
Eric Gaillard/REUTERS

Fiat-Logo: Traum vom weltweiten Autogiganten


Mit Fusionsverhandlungen kennt man sich bei Fiat Chrysler bereits aus. Nun spricht der italienisch-amerikanische Automobilhersteller mit dem französischen Opel-Mutterkonzern PSA über einen Zusammenschluss.

"Es gibt laufende Diskussionen, die darauf abzielen, eine der führenden Mobilitätsgruppen der Welt zu schaffen", schrieb FCA in einer kurzen Mitteilung. Gegenwärtig habe man nichts weiter hinzuzufügen, hieß es darin. Eine gleichlautende Mitteilung gab es von PSA.

Fiat Chrysler hatte sich erst im Frühjahr mit dem französischen Hersteller Renault verbinden und den weltweit drittgrößten Autohersteller formieren wollen. Die Gespräche scheiterten jedoch. Auch unter dem früheren Konzernchef Sergio Marchionne brachte sich Fiat Chrysler immer wieder als Fusionspartner ins Gespräch, weil eine Konsolidierung der Branche unvermeidlich sei. 2015 gelang es Marchionne nicht, General Motors für eine Fusion zu erwärmen.

Auf der Frankfurter Automesse IAA im September hatte Peugeot-Chef Carlos Tavares die Idee eines Zusammengehens mit Fiat Chrysler noch als nicht notwendig zurückgewiesen. Die zwei Konzerne sind schon Partner im Nutzfahrzeug-Geschäft. Einem Insider zufolge soll der PSA-Aufsichtsrat am Mittwoch eine mögliche Fusion mit Fiat Chrysler diskutieren.

Wie das "Wall Street Journal" damals berichtete, wären Fiat Chrysler und der Opel-Mutterkonzern PSA an der Börse umgerechnet rund 45 Milliarden Euro wert.

PSA führt auch die Traditionsmarken Peugeot und Citroën. Fiat Chrysler hat die Marken Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati unter seinem Dach. Autohersteller stehen heutzutage unter einem riesigen Druck, denn sie müssen in autonome Autos und Elektromobilität investieren.

An der Börse hatten Gerüchte bereits am Dienstagabend für kräftige Kursbewegung gesorgt. Die Aktien von FCA gingen am Dienstag mit einem Plus von 7,5 Prozent aus dem US-Handel.

PSA-Chef Carlos Tavares gilt in der Branche als ein harter Sanierer. Vor gut zwei Jahren hatte PSA den deutschen Traditionshersteller Opel übernommen, der unter der Führung von General Motors (GM) lange rote Zahlen geschrieben hatte. Opel wird von PSA auf Effizienz getrimmt und arbeitet wieder profitabel, beschäftigt aber deutlich weniger Mitarbeiter. So wurde das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim teilweise an den Dienstleister Segula verkauft.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 30 Beiträge
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karlo1952 30.10.2019
1. Wollen wir hoffen,
dass das ganze dann letztlich nicht endet wie damals mit Daimler-Chrysler.
proffessor_hugo 30.10.2019
2.
… na ja , Gerade Chrysler hat ja Erfahrung mit Fusionen der verschiedensten Art..... mehre marode Unternehmen zusammen ergeben noch kein profitables.
spaceagency 30.10.2019
3. Gute Sache
hoffentlich mischt sich Macron nicht wieder ein wie bei Renault und Fincantieri
anchises 30.10.2019
4. Autsch! Das geht in die Hose.
Klar, PSA liebäugelt mit dem amerikanischen Markt, aber um welchen Preis? Fiat ist krank, Chrysler kränker und man hat sich erst kürzlich einen Patienten ins Lazarett geholt dessen Genesung nicht gesichert ist. Bayer/Monsanto ist vermutlich bereits vergessen...
HanzWachner 30.10.2019
5. Die armen Opelaner...
...sollen nach dem PSA-Deal auch noch unters Dach von Fiat? Der Niedergang und die Jobverluste gehen wohl weiter.
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