Pläne für einen Megakonzern Fiat Chrysler will mit Renault fusionieren

Entsteht bald der größte Autokonzern der Welt? Fiat Chrysler hat Fusionspläne mit Renault bestätigt. Das Aufsichtsgremium des französischen Autokonzerns kommt am Morgen zusammen.

Logos von Fiat und Renault
Mohamed Abd El Ghany/ REUTERS; Vincent Kessler/ REUTERS

Logos von Fiat und Renault


Von einem Zusammenschluss könnte Fiat Chrysler wegen der Elektromobilitäts-Strategie des französischen Konzerns profitieren: Der Autokonzern Fiat Chrysler hat nach eigenen Angaben eine Fusion mit Renault vorgeschlagen.

Fiat Chrysler teilte mit, der Konzern habe Renault den Vorschlag eines Zusammenschlusses zu gleichen Teilen unterbreitet. Renault erklärte, der Verwaltungsrat komme am Montag zusammen, um das Angebot zu prüfen. Er wolle sich anschließend schriftlich zu dem Angebot äußern. Durch eine Fusion stehen jährliche Einsparungen von fünf Milliarden Euro im Raum. Die Aktien beider Unternehmen gewannen nach Bekanntwerden der Pläne an den Börsen stark an Wert.

Bei einem Zusammenschluss würde einer der größten Autokonzerne der Welt entstehen - und die Marktführer Volkswagen und Toyota herausfordern. Fiat Chrysler führt unter anderen die Marken Alfa Romeo, Fiat, Chrysler, Dodge, Jeep oder Maserati. Der Konzern hat nach eigenen Angaben rund 199.000 Beschäftige.

"Der vorgeschlagene Zusammenschluss würde einen globalen Autohersteller schaffen, herausragend in Bezug auf Umsatz, Volumen, Rentabilität und Technologie sowie von Vorteil für die Anteilseigner der Unternehmen", warb Fiat Chrysler um sein Angebot. Es habe bereits Gespräche zwischen beiden Unternehmen gegeben, um Produkte und Regionen für eine Zusammenarbeit zu identifizieren.

Mehr als 15 Millionen Autos?

Der französische Hersteller Renault ist seit Langem mit den japanischen Autoherstellern Nissan und Mitsubishi in einer Allianz verbunden. Zusammen verkauften sie im vergangenen Jahr 10,76 Millionen Fahrzeuge. Mit dem US-italienischen Fiat-Chrysler-Konzern kämen die Hersteller auf mehr als 15 Millionen. Sie würden damit deutlich Volkswagen (10,83 Millionen) überholen.

Renault strebte zuletzt auch eine Fusion mit Nissan an. Dessen Chef Hiroto Saikawa machte aber unlängst deutlich, dass man einen formellen Zusammenschluss für unnötig halte. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire drang jedoch in der vergangenen Woche darauf, die Allianz zwischen Renault und Nissan zu festigen und sagte: "Wir brauchen solide, starke und gefestigte Industriekonzerne."

Arbeiter verlassen das Fiat-Chrysler-Werk in Turin
REUTERS/Massimo Pinca

Arbeiter verlassen das Fiat-Chrysler-Werk in Turin

Der französische Staat hält 15 Prozent an Renault - und Renault 43,4 Prozent der Anteile an Nissan. Nissan ist seinerseits zu 15 Prozent an Renault beteiligt. Nach der Verhaftung von Automanager Carlos Ghosn in Japan geriet dieses französisch-japanische Autobündnis aber in eine Krise. Ghosn, der die Anschuldigungen zurückweist, wurde der Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen.

Lesen Sie hier: Vom Supermanager zum Superschurken - Der Fall Ghosn

apr/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 29 Beiträge
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bronco60 27.05.2019
1. Ups!
Was machen denn die Anhaenger der Volkswagen (Betrugs) AG? Von heute auf morgen nicht mehr groesster Konzern im Automobilsektor? Das wurde doch ausgerufen um alles zu beherrschen. Nun wird das auf lange Sicht nichts mehr damit. FCA/Renault denke ich ist eine gute Aufstellung. Nur die Grossen werden ueberleben koennen. Gut so!
thequickeningishappening 27.05.2019
2. Club Der Verlierer
Fiat-Chrysler-Nissan-Mitsubishi-Renault, alles Second Tier im internationalen Wettbewerb. Meine schönsten Autos kamen von Fiat und Nissan (Datsun). Ist lange her. Von Den Fünf angeführten Marken gibt's nur Drei Modelle Die konkurrenzfähig sind: Der Jeep von Chrysler, Der 500er Fiat und Der 370Z von Nissan ( Nischenprodukt). Für Einen Weltmarktführer reicht Das nicht.
exHotelmanager 27.05.2019
3. Das Ende für die kleinen Mercedes?
Diese Fusion würde für Mercedes-Benz das Ende der Baureihen A bis C in der heutigen Form und der nächsten Generation bedeuten, basieren diese doch weitestgehend auf Renault-Technik.
e-d.p 27.05.2019
4. Quantität ist nicht gleich Qualität!
Zusammen wären sie sicher größer, aber nicht unbedingt VW das Wasser reichen.
Nrob 27.05.2019
5. Fiat
Was kommt denn schon noch von Fiat? Außer 500er und Ducato rollt da doch nichts signifikantes mehr vom Band. Nur um mit Chrysler einen Marktzugang in den USA zu haben? Den hat man ja am Ende auch über Nissan. Ich denke, dass einzig vernünftige wäre eine komplette Übernahme und dann ausschlachten.
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