Verdacht auf Abgasmanipulation Diesel-Razzia bei Fiat und Iveco

Bei Fiat und Iveco sind Ermittler angerückt. In Dieselmotoren der italienischen Hersteller sollen illegale Abschalteinrichtungen eingebaut sein.
Fiat-Werk in Turin: Autos sollen mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehen sein.

Fiat-Werk in Turin: Autos sollen mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehen sein.

Foto: MARCO BERTORELLO/ AFP

Ermittler aus Deutschland, Italien und der Schweiz haben an diesem Mittwoch mehrere Standorte der Automobilkonzerne Fiat und Iveco durchsucht. Es gehe um den Verdacht, dass Diesel-Motoren in verschiedenen Modellen von Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung versehen seien, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit.

Im Visier der Ermittler sind den Angaben zufolge zehn Gewerbeobjekte in Baden-Württemberg und Hessen, sowie in der italienischen Region Piemont und im Schweizer Kanton Thurgau. Ein Fiat-Chrysler-Sprecher bestätigte die Durchsuchungen und betonte, man kooperiere mit den Behörden.

Fusion zwischen PSA und Fiat Chrysler könnte sich verzögern

Unterdessen könnte sich die angepeilte Megafusion von PSA und Fiat Chrysler (FCA)  verzögern. Die EU-Kommission setzte ihre Deadline für die vertiefte Prüfung des Deals vorläufig aus. Zuletzt hatte die Kommission sich Zeit bis zum 13. November genommen, um das Vorhaben genauer daraufhin zu untersuchen, ob es dem Wettbewerb in der EU schadet.

Einen konkreten Grund für die Aussetzung der Deadline nannten die Aufseher nicht. Oft setzen die Kartellwächter die Fristen aus, um weitere Informationen von den beteiligten Firmen einzuholen. PSA mit den Marken Peugeot, Citroën, Opel und DS sowie FCA hatten ihre Fusion im Dezember beschlossen. Damit soll der viertgrößte Autohersteller der Welt entstehen. Derzeit rechnen die Unternehmen mit einem Abschluss der Fusion im ersten Quartal 2021.

hej/dpa
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