Rückzug von Pearson Fiat-Erben stocken Anteil am "Economist" auf

Für den Verkauf seiner 50 Prozent des Wirtschaftsmagazins "Economist" erhält das britische Verlagshaus Pearson insgesamt 469 Millionen Pfund. Größter Anteilseigner wird nun die italienische Unternehmerfamilie Agnelli.

Wirtschaftsmagazin "The Economist": Pearson-Gruppe verkauft 50-Prozent-Anteil
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Wirtschaftsmagazin "The Economist": Pearson-Gruppe verkauft 50-Prozent-Anteil


Bei der "Economist"-Gruppe werden die Eigentumsverhältnisse neu geordnet. Die italienische Unternehmer-Familie Agnelli wird der größte Anteilseigner. Die Fiat-Erben stocken ihr Aktienpaket auf und übernehmen einen Großteil der insgesamt 50 Prozent, die die britische Pearson-Gruppe bislang an dem Wirtschaftsmagazin hielt. Auch die übrigen Anteile gehen nach Angaben des britischen Verlagshauses an bisherige Miteigentümer über. Insgesamt erhält Pearson 469 Millionen britische Pfund für seine 50 Prozent.

Künftig besitzt die Familie Agnelli 47 Prozent der "Economist"-Gruppe. Agnelli kontrolliert unter anderem den Autobauer Fiat Chrysler, hat aber auch Anteile an Medienunternehmen. Mehrere Aufsichtsbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen, im vierten Quartal soll der Deal dann über die Bühne gehen.

Erst im Juli hatte Pearson mitgeteilt, dass die Wirtschaftszeitung "Financial Times" ("FT") für umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro an die japanische Mediengruppe Nikkei verkauft wird.

Zur "Economist"-Gruppe gehören neben dem Wirtschaftsmagazin mit einer Auflage von rund 1,6 Millionen Exemplaren (Ende 2014) die "Economist Intelligence Unit", "Economist Events" und "Economist Corporate Network". Insgesamt erzielte die Gruppe im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von umgerechnet rund 85 Millionen Euro.

Pearson will sich künftig ausschließlich auf sein Kerngeschäft mit Bildungsangeboten konzentrieren. Der Konzern vertreibt unter anderem Schulbücher.

brk/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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joha0412 12.08.2015
1. Na toll:
Wieder ein Happen für die internationale Finanzoligarchie. So geht die Meinungsfreiheit und Unabhängigkeit den Bach runter. Agnelli steht sicher für eine soziale Friedens- und Marktpolitik und deren Abschaffung.
Griffin 12.08.2015
2.
Der Economist ist wohl eher ein Nachrichtenmagazin und keine Wirtschaftsmagazin. Außerdem könnte man erwähnen, dass die Agnellis ledliglich 20% der Stimmrechte bekommen
Emil Peisker 12.08.2015
3. eine britische Version des Spiegel...
Zitat von GriffinDer Economist ist wohl eher ein Nachrichtenmagazin und keine Wirtschaftsmagazin. Außerdem könnte man erwähnen, dass die Agnellis ledliglich 20% der Stimmrechte bekommen
Definitiv ein politisch liberales Wirtschaftsmagazin, das die Auswirkungen der Politik auf die Wirtschaften der Länder in die Artikel einbezieht. Ebenfalls legt der Economist Wert auf Berichte über Kunst und Kultur. Ich lesen das Magazin seit dem Sommer 1978. Es ist eine britische Version des Spiegel, ohne allerdings dessen politische Richtung zu unterstützen. Den Amerikanern scheint The Economist zu linksliberal zu sein, was im gesellschaftlichen Bereich so sein kann, wirtschaftspolitisch ist die Ausrichtung eher freie Marktwirtschaft.
rompipalle 13.08.2015
4. Tja, so geht das.....
Zuerst über Jahr zehnte dem italienischem Staat auf der Tasche liegen, und Subventionen ab kassieren -weil man nich richtig wirtschaften kann, und sich dann auch noch von Russland übern Tisch ziehen zu lassen für billiges schlechte Eisen (siehe die Geschichte von Fiat Lada...). Und dann, die Kohle benutzen um im Ausland weiterhin Kasse zu machen und um ab zu kassieren ohne sich zu schämen. Ich nenne das alles legalisieren von raub Geldern und das ausgeben von veruntreutem Bevölerungs Eigentum!
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