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"Fifty Shades"-Trilogie: Bertelsmanns Rettung

"Shades of Grey" Softporno rettet Bertelsmann-Bilanz

70 Millionen Mal verkauften sich die Romane der "Fifty Shades"-Trilogie und steigerten so den Gewinn der Bertelsmann-Tochter Random House massiv. Durch das Plus der Sparte bleibt der Konzerngewinn laut "FAZ" auf Vorjahresniveau - trotz des Desasters bei der "Financial Times Deutschland".

München - Die meisten Kritiker hat Erika Leonard nicht überzeugen können - in den Chefetagen des Bertelsmann-Konzerns dürfte die Dankbarkeit gegenüber der britische Schriftstellerin dennoch immens sein: Vor allem wegen des Erfolgs der erotischen Romantrilogie "Fifty Shades" habe der Medienkonzern sein Betriebsergebnis 2012 auf dem Vorjahresniveau halten können, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ"). Die Romane sind unter Leonards Pseudonym E. L. James erschienen.

Bertelsmann hatte Ende Januar für das abgelaufene Jahr einen Betriebsgewinn von 1,7 Milliarden Euro und ein Umsatzplus von fünf Prozent auf 16 Milliarden Euro bekanntgegeben. Zu Einzelheiten wollte sich der Konzern am Montag nicht äußern und verwies auf seine Bilanzvorlage am 26. März. Ein Sprecher bestätigte lediglich die Verkaufszahlen der "Fifty Shades"-Trilogie.

In der Tat ist der kommerzielle Erfolg der Softporno-Bücher überragend: Mehr als 70 Millionen Mal verkauften sich die Romane der Trilogie bislang in aller Welt. Verlegt werden sie im amerikanischen Verlag Random House, einer Bertelsmann-Tochter. In Deutschland erschienen sie im wiederum zu Random House gehörenden Goldmann-Verlag. Als Folge schloss Random House das Jahr 2012 laut "FAZ" mit einem Rekordgewinn ab. Das Betriebsergebnis sei von 185 Millionen Euro im Jahr zuvor auf mehr als 300 Millionen Euro gestiegen.

Damit konnte Bertelsmann laut "FAZ" unter anderem die Misere seiner Wirtschaftsmedien um die Ende 2012 nach verlustreichen Jahren eingestellte "Financial Times Deutschland" wettmachen. Die Schließung hatte den Betriebsgewinn des Zeitschriften- und Zeitungsverlags Gruner + Jahr massiv gedrückt. Dem Bericht zufolge lag der Überschuss nur noch in der Größenordnung von 160 Millionen Euro nach 233 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Außer den Problemen bei der deutschen Wirtschaftspresse waren Wertberichtigungen im spanischen Zeitschriftengeschäft sowie bei der amerikanischen Tochtergesellschaft Brown Printing für das schlechte Ergebnis verantwortlich.

fdi/Reuters
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