Finanzkrise Deutsche Börse plant Stellenabbau

Die Zeit der Rekordergebnisse ist erstmal vorbei: Die Deutsche Börse will nach einem Bericht des "Handelsblatts" deswegen Mitarbeiter entlassen. Bis zu zehn Prozent der Stellen könnten gestrichen werden, heißt es. Zögerliche Anleger und starker Wettbewerb setzen das Unternehmen unter Druck.

Handelsplatz Frankfurt am Main: "2010 wird nicht nur herausfordernd. Es wird schwierig"
ddp

Handelsplatz Frankfurt am Main: "2010 wird nicht nur herausfordernd. Es wird schwierig"


Düsseldorf - Die Deutsche Börse streicht einem Zeitungsbericht zufolge bis zu zehn Prozent ihrer Stellen. Von den Plänen seien alle Töchter des Konzerns, der insgesamt rund 3300 Mitarbeiter beschäftigt, betroffen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf informierte Finanzkreise. Ein Sprecher des Frankfurter Börsenplatzbetreibers wollte die Informationen gegenüber der Zeitung nicht kommentieren.

Das Unternehmen reagiert dem Bericht zufolge mit dem Stellenabbau auf das krisenbedingt schwächere Geschäft im Wertpapier- und Derivatehandel. Das Unternehmen leide unter der mangelnden Investitionsbereitschaft der Anleger infolge der weltweiten Finanzkrise und dem zunehmenden Wettbewerb der durch Banken gegründeten neuen elektronischen Handelsplattformen (MTF). Auch die Pläne der US-Regierung zur Beschränkung des Eigenhandels seien eine Belastung des Geschäfts.

Börsen-Chef Reto Francioni hatte erst zu Wochenbeginn die Investoren auf ein weiteres schwieriges Jahr eingestimmt und betont, dass Kostendisziplin eine der großen Prioritäten bleibe. "2010 wird nicht nur herausfordernd. Es wird schwierig", hatte er auf der Jahreseröffnungsveranstaltung des Börsenbetreibers gesagt. Die Krise sei noch längst nicht ausgestanden - allen positiven Indikationen zum Trotz.

Bereits zu Beginn des vergangenen Jahres hatte Francioni angekündigt, dass 2009 - anders als in den vergangenen Jahren - keine Rekordergebnisse erzielt werden würden.

ore/ddp/Reuters



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