Finanzkrisen der 2000er Totentanz auf den Trümmern

Von , Frankfurt am Main

5. Teil: 2010: ... und es wird weitergezockt


Auf den ersten Blick scheint sich die Wirtschaft von der Mega-Krise am Ende des Jahrzehnts erstaunlich schnell zu erholen. Das zumindest suggerieren die Börsen. Seit seinem Tief im März hat der Dow-Jones-Index Chart zeigen wieder um knapp 60 Prozent zugelegt. Vor allem die Rohstoffpreise steigen rasant: Der Zuckerpreis hat sich in den vergangenen zwölf Monaten fast verdoppelt, Rohöl ist 80 Prozent teurer als vor einem Jahr, Kupfer kostet gar 122 Prozent mehr.

Doch dieser Anstieg macht vielen Experten Angst. Denn konjunkturgetrieben sind die Bewegungen nach Expertenansicht nicht mehr: Die Spekulanten haben vielmehr ein neues Spielfeld entdeckt.

Die Mittel zum Zocken sind ja auch ausreichend verfügbar. Die Notenbanken haben die Finanzmärkte weltweit mit billigem Geld geflutet, um die Wirtschaft anzukurbeln. Gleichzeitig kaufen sie im mehr oder minder großen Stil den Geldhäusern ihre Giftpapiere ab, um diese wieder stark zu machen. Der absurde Effekt: Die gesundeten Institute spielen erneut Casino. Allein die Händler von Goldman Sachs Chart zeigen machen Geschäfte im Volumen von 200 Millionen Dollar - pro Tag. Auch die New Yorker Citigroup Chart zeigen, die die US-Regierung mit mehr als 25 Milliarden Dollar vor dem Untergang retten musste, ist dick im Geschäft mit komplexen Finanzprodukten.

Die Zocker tanzen auf den Trümmern der Finanzkrise, aus denen noch der Rauch des letzten Crashs aufsteigt.

Das Volumen der Zinsderivate beläuft sich auf 400 Billionen Dollar

Experten warnen: Die Frage sei nicht, ob eine nächste Mega-Krise ansteht, sondern wann. Viele Fachleute glauben, dass die Beben an den Finanz- und Aktienmärkten in Zukunft immer schneller aufeinander folgen - und immer verheerendere Auswirkungen haben werden.

Der einfache Grund: Die Einsätze, mit denen in der Finanzwelt gezockt wird, werden immer größer. Allein das Volumen aller gehandelten Zinsderivate beträgt heute weltweit mehr als 400 Billionen Dollar - 1995 waren es erst 18 Billionen. Und in den siebziger Jahren war das internationale Finanzvolumen der Auslandsinvestitionen und Währungsgeschäfte gerade einmal doppelt so hoch wie das des realen Handels. Heute liegt schon die Währungsspekulation beim 20-fachen des Handels mit echten Gütern. "Der Welthandel wird zu immer größeren Teilen von den Finanzmärkten bestritten, sagt der Wirtschaftshistoriker Johannes Bähr.

Es gehört offenbar dazu, dass die Anleger bei besonders vielversprechenden Anlagen blind für jedes Risiko werden, sich von der Begeisterung mitnehmen lassen. "Diese Manien gibt es immer wieder in der Geschichte", sagt Wirtschaftshistoriker Christian Kreiß. Und sein Kollege Bähr fügt hinzu, dass auch die gegenwärtige Krise nicht langfristig zum Umdenken geführt habe. "Dafür ist die Gier einfach zu stark."



insgesamt 1528 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
saul7 16.11.2009
1. Nein,
Zitat von sysopEin Jahr nach dem Beinahe-Kollaps der Finanzbranche fassen die Banker wieder Mut: Bei einem Gipfeltreffen in Frankfurt debattierten Ackermann und Co. die Lehren aus der Krise - und mokierten sich vor allem über die Regulierungswut der Regierungen. Haben die Banken Ihrer Meinung nach eigentlich etwas aus der Krise gelernt? Diskutieren Sie mit!
die Banken haben nichts aus der Krise gelernt, weil die Politik ihnen nicht längst überfällige Regularien verpasst hat. Die Zockerei darf also weitergehen. Auf eine Entschuldigung der Banken darf noch gewartet werden!!
hajott59, 16.11.2009
2. warum auch?
Nein, die haben nichts gelernt. Warum sollten sie auch? Wenn es eng wird, kommt das große Füllhorn über sie und gut ist!
yato, 16.11.2009
3. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
4. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
5. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.