Finanzkrisen der 2000er Totentanz auf den Trümmern

Milliarden lösten sich in Luft auf, Firmen und Finanzjongleure wurden erst wie im Rausch gefeiert - und stürzten dann ab: So turbulent wie in den vergangenen zehn Jahren ging es an den Börsen selten zu. Doch im kommenden Jahrzehnt drohen noch viel schlimmere Crashs.

Von , Frankfurt am Main


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Geldvernichtung: Die schlimmsten Finanz-Crashs
Was für eine Nacht. Dagmar Berghoff moderiert um 20 Uhr des 31. Dezember die letzte Tagesschau ihrer Karriere. Endzeit-Sekten warten auf den Weltuntergang, optimistischere Zeitgenossen auf den Messias. Weltweit halten sich Armeen von IT-Spezialisten bereit für mögliche Katastrophen rund um den "Y2K"-Bug - wegen des Jahrtausendwechsels drohen PCs und Server durchzudrehen, die Jahreszahlen bislang zweistellig zählten.

Doch das Chaos bleibt aus, die Schlagzeilen nach Silvester berichten über einen verrückten und doch irgendwie nicht allzu dramatischen Jahrtausendwechsel. Um Mitternacht umarmt US-Präsident Bill Clinton "wieder Hillary", schreibt die "Bild am Sonntag".

Die Welt scheint in den Industrieländern ganz in Ordnung zu sein an diesem 1. Januar 2000.

Nur an der Börse mischen sich unter die euphorischen Stimmen zu dieser Zeit immer öfter solche, die warnen. "Internetfirmen ohne Substanz?", fragt etwa das Monatsmagazin "Capital". "Die halbe Republik, so scheint es, ist derzeit närrisch", stellt der SPIEGEL fest. Die Stimmung in der sogenannten New Economy, der Welt der Software-, Internet- und Biotechfirmen, ist tatsächlich derart überdreht, dass den ersten Beobachtern angst und bange wird. Firmen, die noch keinen Cent Gewinn erwirtschaftet haben, sind von einem Tag auf den anderen Millionen und Milliarden an den Börsen wert. Die Anleger laufen bei jedem neuen Börsengang fast Amok, um Papiere zu ersteigern.

Wenige Wochen nach dem denkwürdigen Jahreswechsel ist es plötzlich soweit: Die Aktienkurse an den neuen Technologie-Börsen gehen auf Sinkflug. Ins Bodenlose. Die New Economy bricht in sich zusammen.

Es wird nicht der letzte Megacrash des anbrechenden Jahrzehnts bleiben. So turbulent wie in den vergangenen zehn Jahren ging es wohl selten zu an den Börsen. Nach dem Crash der Technologiebörsen lassen die Terroranschläge vom 11. September 2001 die Aktien- und Finanzmärkte erneut einbrechen. Und kurz darauf bildet sich schon die nächste Blase am US-Hypothekenmarkt: Auch dort knallt es bald.

SPIEGEL ONLINE lässt die Finanzkrisen der vergangenen zehn Jahre Revue passieren - und zeigt, warum wir in Zukunft mit noch schlimmeren Crashs rechnen müssen.



insgesamt 1528 Beiträge
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saul7 16.11.2009
1. Nein,
Zitat von sysopEin Jahr nach dem Beinahe-Kollaps der Finanzbranche fassen die Banker wieder Mut: Bei einem Gipfeltreffen in Frankfurt debattierten Ackermann und Co. die Lehren aus der Krise - und mokierten sich vor allem über die Regulierungswut der Regierungen. Haben die Banken Ihrer Meinung nach eigentlich etwas aus der Krise gelernt? Diskutieren Sie mit!
die Banken haben nichts aus der Krise gelernt, weil die Politik ihnen nicht längst überfällige Regularien verpasst hat. Die Zockerei darf also weitergehen. Auf eine Entschuldigung der Banken darf noch gewartet werden!!
hajott59, 16.11.2009
2. warum auch?
Nein, die haben nichts gelernt. Warum sollten sie auch? Wenn es eng wird, kommt das große Füllhorn über sie und gut ist!
yato, 16.11.2009
3. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
4. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
yato, 16.11.2009
5. ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen
es wurde auf beiden seiten des atlantiks versäumt die gigantischen staatshilfen an knallharte bedingungen zu koppeln und noch etwas noch wichtigeres wurde versäumt: den bankstern klarzumachen, dass nicht nur der kunde in den knast kommt, der eine bank überfällt, sondern dass dies auch umgekehrt gilt, wenn eine bank ihre kunden überfällt. man könnte dies noch nachholen... denn die heutige welt braucht ackermänner in handschellen, statt mit viktory zeichen zumindest beim nächsten mal, wenn die jungs den karren nochmal in den dreck fahren, (was absehbar ist) müssen sie entmachtet werden! geteert und gefedert und vor allem ihre gewinne und vermögen die heute schon faktisch auf kosten des steuerzahlers gehen, eingezogen werden! die scheinen nicht auf vernunft, sondern nur auf die peitsche zu hören, denn sie machen weiter wie vorher und fühlen sich sicher mit ihrer mächtigen lobby armee und ihre geburtstagsfeiern mit kanzlerin so gehts nicht!
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