Konjunktur Zahl der Firmenpleiten sinkt auf niedrigsten Stand seit 1999

Zum sechsten Mal in Folge fällt die Zahl der Firmenpleiten. Auch weniger Verbraucher geraten in finanzielle Schieflage. Der Trend dürfte dank der guten Konjunktur auch 2017 anhalten.
Bekleidungsgeschäft Wöhrl

Bekleidungsgeschäft Wöhrl

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Immer weniger Firmen geht hierzulande das Geld aus - wenn Unternehmen allerdings Insolvenz anmelden, sind die Auswirkungen heftiger als noch vor einem Jahr. So stiegen die finanziellen Schäden für die Gläubiger gegenüber 2015 um mehr als 40 Prozent auf rund 27,5 Milliarden Euro, zeigen Berechnungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Laut der Prognose von Creditreform soll die Zahl der Firmeninsolvenzen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 Prozent auf 21.700 Fälle sinken. Dies wäre der niedrigste Stand seit 1999 und der sechste Rückgang in Folge.

Creditreform begründet den Trend mit der robusten Konjunktur und der niedrigen Arbeitslosigkeit. Steigende Umsätze und Erträge verbesserten die Stabilität der Unternehmen. Durch die Niedrigzinsen kommen Firmen zudem billiger an Geld. Im kommenden Jahr rechnen die Experten mit einem weiteren Rückgang auf 20.000 bis 21.000 Fälle.

Unter den diesjährigen größten Firmeninsolvenzen sticht die Textil- und Bekleidungsbranche hervor. So ging unter anderem der Modehersteller Steilmann sowie die Textilketten Rudolf Wöhrl und Sinnleffers pleite.

Geschätzt 221.000 Jobs waren laut den Zahlen von der Insolvenz des Arbeitgebers betroffen, das waren 1,8 Prozent weniger als im 2015.

Wie die Firmenpleiten sinkt auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen - laut den Berechnungen mit 2,5 Prozent auf 78.200 Fälle aber deutlich geringer. 2015 waren es noch 7,2 Prozent weniger gewesen als ein Jahr zuvor. Ein Grund sei die steigende Zahl überschuldeter Verbraucher. Rund jeder Zehnte steckt Creditreform zufolge inzwischen finanziell in der Klemme. Trotzdem erwarten die Experten im kommenden Jahr einen weiteren Rückgang auf 76.000 bis 77.000 Verbraucherpleiten.

msc/dpa/AFP
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