Schlachtkontrollen in Fleischindustrie Hühner fallen bei Untersuchungen häufiger durch als Schweine

13,5 Millionen Hühner haben Tierärzte in Deutschland nach dem Schlachten für ungenießbar erklärt – Tendenz steigend. Sie schneiden damit verhältnismäßig noch schlechter ab als Schweine, die oft mit Eiterbeulen auffallen.
Masthähnchen: 2,1 Prozent waren nicht zum Verzehr geeignet

Masthähnchen: 2,1 Prozent waren nicht zum Verzehr geeignet

Foto: Jens Büttner / dpa

Längst nicht jedes Tier, das im Schlachthof endet, kann dann auch gegessen werden. Viele sind nach den vorgeschriebenen amtlichen Fleischuntersuchungen schlicht nicht zum Verzehr geeignet. Das trifft auf Hühner häufiger als auf Schweine zu.

Von den 50,4 Millionen im Jahr 2021 in deutschen Betrieben geschlachteten Mastschweinen seien laut amtlicher Fleischuntersuchung 0,2 Prozent als ungenießbar eingestuft worden, teilte das Statistische Bundesamt mit . Bei den 634 Millionen geschlachteten Masthühnern dagegen waren stolze 2,1 Prozent oder 13,5 Millionen Tiere nicht zum Verzehr geeignet.

Während der Anteil der zum Verzehr ungeeigneten Tiere bei Schweinen gegenüber dem Vorjahr unverändert blieb, stieg er bei Masthühnern deutlich. Im Vorjahr hatte der Wert noch bei 1,7 Prozent gelegen.

Bei den Masthühnern stellte die sogenannte tiefe Dermatitis, eine Hautentzündung im Bereich des Unterbauches und des Darmausgangs, die Hauptursache für eine Untauglichkeit dar (29,4 Prozent der Fälle). Bei 16,3 Prozent gab das Untersuchungspersonal Bauchwassersucht an, das war der zweithäufigste Befund.

Viele Tiere auch durch Schäden beim Schlachten untauglich

Hauptgrund, warum Schweine die Fleischuntersuchung nicht bestehen, waren Abszesse, also Eiteransammlungen im Gewebe (36,2 Prozent der Fälle). Danach folgten Abweichungen in Geruch, Konsistenz oder Farbe (15 Prozent) und nicht näher spezifizierte Allgemeinerkrankungen (zwölf Prozent).

Bei der sogenannten Schlachttier- und Fleischuntersuchung prüft amtliches Personal, also zum Beispiel Tierärzte, alle in zugelassenen Schlachtbetrieben angelieferten und geschlachteten Tiere. Die zuständige Veterinärbehörde meldet das Untersuchungsergebnis halbjährlich an das Statistische Bundesamt. Die Zahlen werden in dieser Form erst seit 2019 erhoben. Ein langfristiger Vergleich ist daher nur eingeschränkt möglich.

Bei der Untersuchung der Organe der Schweine zeigte sich, dass 5,4 Prozent der geschlachteten Mastschweine an einer Lungenentzündung litten. Der Anteil ist 2021 leicht gesunken: In den beiden Vorjahren hatten 5,7 beziehungsweise 6,6 Prozent eine entzündete Lunge.

Bei Lebern zeigte sich ein entgegengesetzter Trend: Bei 10,4 Prozent der untersuchten Mastschweine war die Leber mit Parasiten befallen. In den Vorjahren hatte dieser Anteil bei 9,8 beziehungsweise 9,3 gelegen.

Neben solchen tierbezogenen Untauglichkeitsgründen dokumentiert das Personal auch sogenannte Schlachtschäden. Sie können laut Bundesamt zum Beispiel durch unzureichende Ausblutung der Tiere entstehen. Bei Mastschweinen war das bei 0,03 Prozent aller geschlachteten Tiere der Fall – etwas mehr als im Vorjahr, wo es 0,02 Prozent waren.

Bei der Schlachtung von Masthühnern wurden 0,4 Prozent der Tiere wegen Schlachtschäden für untauglich erklärt. Im Vorjahr hatte der Anteil noch bei 0,3 Prozent gelegen.

apr/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.