Unternehmen verhandelt mit Bund und Ländern Reisende sollen mit 9-Euro-Ticket-Nachfolger auch Flixbus fahren können

Mit dem 9-Euro-Ticket konnten Reisende Regionalbahnen und Linienbusse nutzen, Fernbusse blieben außen vor. Das soll sich aus Sicht des Flixbus-Chefs nun ändern – sein Unternehmen hat unter dem Billigticket gelitten.
Flixbus unterwegs in Frankfurt am Main: »Ohne Fernbus geht es nicht«

Flixbus unterwegs in Frankfurt am Main: »Ohne Fernbus geht es nicht«

Foto: Lukas Görlach/ dpa

Das Fernbusunternehmen Flixbus setzt sich dafür ein, in einen möglichen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket integriert zu werden. Man stelle das nationale Fernbusangebot zur Verfügung, um die Lücke zwischen Regional- und Fernverkehr zu schließen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Gespräche mit der Politik in Bund und Ländern liefen bereits.

»Für Reisende sind Fernbusse seit Jahren das erschwinglichste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel überhaupt – daher finde ich die Idee eines ›Klimatickets‹ grundsätzlich super«, sagte Unternehmenschef André Schwämmlein. Das 9-Euro-Ticket habe aus seiner Sicht jedoch Schwächen gehabt. So seien gerade Menschen im ländlichen Raum, wo Direktverbindungen mit Bus und Bahn in Großstädte fehlten, vom Angebot quasi ausgeschlossen gewesen. »Wenn ein künftiges ›Klimaticket‹ vollständig und für alle verfügbar sein soll, gilt: Ohne Fernbus geht es nicht. Wir stehen bereit, um die Verkehre zu entlasten«, so Schwämmlein.

Schwämmlein hatte das 9-Euro-Ticket vor wenigen Monaten scharf kritisiert. Das Angebot sei »unausgereift« und führe zu überfüllten Zügen. Tatsächlich musste Flixbus wohl wegen des Angebots erhebliche Geschäftseinbußen hinnehmen. Viele Menschen stiegen offenbar von Fernbussen auf Regionalbahnen um. »Auf den kürzeren Strecken trifft uns das«, hatte Schwämmlein im Juli gesagt. Das Minus liege im zweistelligen Prozentbereich. Zuvor hatte schon die Coronapandemie das Unternehmen hart getroffen.

Wie teuer wird das Ticket?

Nun will der Firmenchef dafür sorgen, dass Flixbusse bei einem Nachfolger für das 9-Euro-Ticket nicht wieder außen vor sind. Je nachdem wie das neue Angebot ausgestaltet wird, könnte sich das auch wirtschaftlich lohnen. Noch ist unklar, wie viel das neue Ticket genau kosten soll.

Die Flix SE mit Sitz in München hat ihr Geschäft 2012 mit Fernbussen begonnen und bietet Buslinien in Europa sowie Zugverkehr in Schweden an. Seit 2018 tritt Flix mit Fernbahnverbindungen in Konkurrenz zur Deutschen Bahn an.

In den ersten Jahren war das Geschäft durch zahlreiche Zukäufe anderer Verkehrsanbieter geprägt, unter anderem auch Postbus von der Deutschen Post im Jahr 2016. Die Reisebeschränkungen in der Coronapandemie haben dazu geführt, dass das Geschäft monatelang ruhen musste.

Seit März 2021 wird der Betrieb allmählich wieder auf- und ausgebaut. Im selben Jahr übernahm Flix auch den US-Marktführer für Fernbusse, Greyhound.

ptz
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