Kredit für Rohstoffunternehmen Bund übernimmt Milliardengarantie für Flüssiggaslieferungen

Deutschland baut mit Hochdruck LNG-Terminals, um russisches Pipelinegas zu ersetzen. Damit auch genügend Flüssiggas geliefert wird, erhält der Energiehändler Trafigura nun einen staatlich abgesicherten Milliardenkredit.
Arbeiten an LNG-Rohren in Niedersachsen: neues Flüssiggas nach russischen Lieferstopps

Arbeiten an LNG-Rohren in Niedersachsen: neues Flüssiggas nach russischen Lieferstopps

Foto: Sina Schuldt / dpa

Deutschland unternimmt weitere Anstrengungen, um Flüssigerdgas (LNG) zu importieren und so russische Gaslieferungen teilweise zu ersetzen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums garantiert der Bund einen Deal des Energiehändlers Trafigura zur Lieferung von LNG an das deutsche Unternehmen Securing Energy for Europe (Sefe). Die Kreditgarantie in Milliardenhöhe sei bereits im Oktober übernommen worden, hieß es auf Anfrage. Sefe war bisher unter dem Namen Gazprom Germania bekannt, als deutsche Tochter des russischen Energieunternehmens. Im November hatte die deutsche Regierung angekündigt, die Firma zu verstaatlichen.

Trafigura teilte mit, von einem Bankenkonsortium ein vierjähriges Darlehen über drei Milliarden Dollar zu erhalten, mehr als 25 Banken seien an der erfolgreichen Operation beteiligt. Das Darlehen werde zum Teil durch eine Garantie des Bundes abgesichert. Trafigura hatte bereits vor Monaten eine Garantie des deutschen Staates für die Lieferung von Metallen erhalten. Damals ging es nach Angaben des Konzerns um 800 Millionen Dollar mit einer Laufzeit von fünf Jahren.

Deutschland baut LNG-Terminals

Laut Wirtschaftsministerium soll mit solchen Krediten die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft unterstützt werden. »Dazu wird eine Garantie des Bundes zugunsten einer Bank übernommen, die einem ausländischen Unternehmen einen Kredit zur Durchführung eines Rohstoffvorhabens oder zur Unterstützung seiner allgemeinen Geschäftstätigkeit gewährt.« Voraussetzung sei der Abschluss eines langfristigen Rohstoffimportvertrages mit einem deutschen Unternehmen.

»Wir sind stolz darauf, einen Beitrag zur Energiesicherheit Europas zu leisten«, sagte Richard Holtum, Leiter des Gas- und Stromhandels bei Trafigura. Man werde Deutschland mit einer bedeutenden Gasmenge beliefern, »die durch unser umfangreiches Portfolio und langfristige US-LNG-Verträge abgesichert ist«.

In Deutschland werden gerade mit Hochdruck LNG-Terminals gebaut, um das ausbleibende russische Pipelinegas zu ersetzen. Hintergrund ist ein Lieferstopp durch den Staatskonzern Gazprom infolge des russischen Angriffskriegs.

rai/dpa
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