Berlin Klimaschützer stören BER-Eröffnung

Der Hauptstadtflughafen BER ist eröffnet. Umweltaktivisten hatten schon im Vorfeld Proteste angekündigt. Das Ziel, den Flughafen lahmzulegen, verfehlten sie indes.
"Grenzen verbrennen, nicht Kerosin": Aktivisten der Gruppe "Am Boden bleiben" am Flughafen BER

"Grenzen verbrennen, nicht Kerosin": Aktivisten der Gruppe "Am Boden bleiben" am Flughafen BER

Foto: Soeren Stache / dpa

Es brauchte knapp dreißig Jahre – nun wird der neue Berliner Hauptstadtflughafen endlich eröffnet. An diesem Samstag soll Berlin mit dem BER zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte  für Europas Flugverkehr werden, das erste Flugzeug ist gelandet.

Ganz reibungsfrei blieb die Eröffnung aber nicht. Mehrere Dutzend Mitglieder der Gruppe "Am Boden bleiben", die sich für weniger Flugverkehr weltweit engagiert, haben sich am BER versammelt. "Unser Ziel ist, den Flughafen lahmzulegen und die Eröffnung massiv zu stören", sagte Lena Tucnak, eine der Sprecherinnen. "Es kann nicht sein, dass in Zeiten der Klimakrise ein neuer Riesenflughafen eröffnet wird."

Der Flugverkehr müsse insgesamt deutlich verringert werden. "Wir sind dafür, Inlandsflüge einzustellen und Regionalflughäfen zu schließen", sagte Tucnak. Nötig sei eine gesellschaftliche Diskussion darüber, welche Flüge noch nötig seien und welche nicht.

Die Gruppe hatte am Freitag eine Aktion zivilen Ungehorsams angekündigt, um die Flughafeneröffnung  zu behindern. Auch andere Gruppen wie Fridays for Future oder Extinction Rebellion haben Protestaktionen angekündigt. Unter anderem ist eine Demo geplant, die am Vormittag vom alten Flughafen Schönefeld zum BER führen soll. Die Polizei hatte angekündigt, sie werde mit einem Großaufgebot vor Ort sein, um die Sicherheit der Eröffnungsveranstaltung zu gewährleisten.

Mehrere Aktivisten kletterten am Vormittag auf das Dach eines BER-Eingangsgebäudes und seilten sich von dort ab. Einer von ihnen entrollte ein Banner mit der Aufschrift "Flieger stoppen statt Klima schrotten". Ein anderer Aktivist ließ sich lediglich per Seil vom Dach ab. Polizisten ließen sie zunächst gewähren, holten sie aber nach rund einer Stunde mit einem Kletterteam herunter.

Protestaktion am BER

Protestaktion am BER

Foto: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/Shutterstock

Zwei weitere Personen, die ebenfalls auf das Dach gestiegen waren, seien bereits gleich zu Beginn der Aktion abgeführt worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten hätten die Personalien aufgenommen und die Aktivisten anschließend ziehen lassen. Sie erwarte nun eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Wegen Corona keine Party

An der Eröffnung des BER nehmen Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (beide SPD) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) teil.

Wegen der Corona-Pandemie gibt es keine große Eröffnungsparty. Für Sonntag sind die ersten Abflüge vom neuen Flughafen geplant, am Mittwoch soll der Flughafen "Willy Brandt" dann komplett in Betrieb genommen werden. Ursprünglich sollte der BER bereits 2011 eröffnet werden. Aufgrund zahlreicher Pannen verschob sich die Eröffnung immer weiter, was vielfach für Spott sorgte. Zudem wurden die ursprünglich vorgesehenen Baukosten um ein Vielfaches überschritten.

joe/dpa
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