Hauptstadtflughafen BER Machtkampf zwischen Mehdorn und Amann eskaliert

Die Auseinandersetzungen in der Geschäftsführung des Flughafens Berlin Brandenburg spitzen sich immer weiter zu. Flughafenchef Hartmut Mehdorn erhebt schwere Vorwürfe gegen Technikchef Horst Amann - der beklagt sich über Mehdorns "Aggressivität".
BER-Manager Amann, Mehdorn: "Pflichtverletzung und Missstände"

BER-Manager Amann, Mehdorn: "Pflichtverletzung und Missstände"

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Hamburg - Hartmut Mehdorn, Chef der Hauptstadtflughafen-Betreibergesellschaft FBB, und der für die Technik verantwortliche Horst Amann haben Briefe an den FBB-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit geschickt, worin sie gegenseitig schwere Vorwürfe erheben. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am 18. Oktober erscheint.

Amann beklagt sich über Mehdorns "Aggressivität"; von "Pflichtverletzung und Missständen" ist die Rede. Mehdorn seinerseits behauptet, Amann setze alles daran, "das Unternehmen zu diskreditieren". Die Vorgehensweise des Technikchefs sei "nicht mehr tragbar", er müsse kurzfristig seinen Posten räumen. Die Briefe, die manager magazin vorliegen, stammen von September dieses Jahres.

Amann rechnet offenkundig damit, dass der Aufsichtsrat ihn von seinen Aufgaben entbinden könnte. In einem Brief an Wowereit vom 26. September bezieht sich Amann darauf, dass "der Wunsch an ihn herangetragen wurde, über alternative Positionen im FBB nachzudenken". Er schlägt in dem Schreiben unter anderem vor, ihm die "Sanierung der Nordbahn" oder die Geschäftsführung des Flughafens Tegel zu übertragen.

Mehdorn soll Eingeweihten anvertraut haben, dass es am 6. Juni 2013 ein Gespräch gab, an dem er selbst, Amann, der damalige Vorsitzende des FBB-Aufsichtsrates, Matthias Platzeck, und der Präsidialausschuss teilnahmen. Bei dem Treffen forderte Mehdorn die Ablösung Amanns. Daraufhin - so wird Mehdorn zitiert - habe ihm der Präsidialausschuss "verbindlich zugesichert", dass Amann gehen müsse. Allerdings sollte die Trennung erst nach der Bundestagswahl erfolgen.

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