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02. November 2014, 21:18 Uhr

BER-Ausbau nach Eröffnung

Mehdorn wünscht sich Extras für 3,2 Milliarden Euro

Vertrauliche Papiere beziffern mögliche Extrakosten des Berliner Flughafens laut "Bild am Sonntag" auf 3,2 Milliarden Euro. Die Akten enthalten auch Pläne für eine dritte Start- und Landebahn. Die Grünen sprechen von abstrusen Projektvorstellungen.

Berlin - Die Grünen haben empört auf eine vertrauliche Liste reagiert, die Mehrausgaben für den Ausbau des Berliner Flughafens BER in Milliardenhöhe enthält. "Beim BER regiert anscheinend weiterhin der Irrsinn", sagte Oliver Krischer, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, laut einer Pressemitteilung.

Die Papiere, die den Zorn der Grünen hervorrufen, sind hochbrisant. Internen Akten zufolge könnten die Kosten für den weiteren Ausbau des Berliner Pannenflughafens BER nach dessen Fertigstellung bis zu 3,2 Milliarden Euro betragen, berichtet die "Bild am Sonntag". Weil der Hauptstadtflughafen schon bei seinem Start zu klein sein könnte, drohen weitere Milliardenkosten für weitere Baumaßnahmen, heißt es in dem Bericht, der aus vertraulichen Unterlagen der Berliner Flughafengesellschaft für die Zeit nach dem noch immer unklaren Eröffnungstermin zitiert.

"Ob und wie der Flughafen jemals wirtschaftlich betrieben werden soll, weiß niemand. Und die Flughafengesellschaft hat immer abstrusere Projektvorstellungen", sagte Krischer anlässlich des Berichts über den künftigen Ausbau des Airports. Hartmut Mehdorn brauche endlich die klare Ansage, fordert Krischer, dass es ohne durchgerechnetes und realistisches Betriebskonzept keinen müden Euro zusätzlich für den Flughafen gibt.

Seit dem Amtsantritt von Hartmut Mehdorn als Vorsitzender Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) werden fast im Monatsrhythmus neue Desaster bekannt. Längst gilt der Hauptstadtflughafen in Berlin Schönefeld als peinlichste Baustelle Deutschlands. Jetzt kommt das künftige Ausmaß der finanziellen Misere ans Licht.

Die Zahlen im Überblick:

Für die Fertigstellung des BER wurden die Kosten für den Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg bislang mit 5,4 Milliarden Euro veranschlagt. Würden alle Punkte auf der Ausbauliste realisiert, könnte der Betrag also auf etwa 8,6 Milliarden Euro steigen. Die jüngste Finanzspritze von rund 1,1 Milliarden Euro hat zwar der Aufsichtsrat bereits gebilligt, die drei Gesellschafter - Berlin, Brandenburg und der Bund - sowie die EU-Kommission müssen aber ebenfalls noch zustimmen.

Mehdorn will im Dezember sagen, wann der Flughafen Berlin Brandenburg in Betrieb gehen kann. Als frühestmögliches Eröffnungszeitraum gilt zurzeit der Jahreswechsel 2015/2016 - also mehr als vier Jahre später als geplant. Dieser Zeitpunkt, betonte Mehdorn im Juni, sei aber "noch kein Termin", sondern "einfach eine Planungsannahme".

bos/dpa

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