Wichtige TÜV-Genehmigung Flughafenchef hält BER-Eröffnung im Oktober für sicher

"Bei der Inbetriebnahme im Oktober 2020 sehen wir keine Risiken": Der neue Hauptstadtflughafen hat eine wichtige TÜV-Prüfung bestanden.
Künftiger Hauptstadtflughafen BER (März 2020): "Eröffnung war nie so sicher wie heute"

Künftiger Hauptstadtflughafen BER (März 2020): "Eröffnung war nie so sicher wie heute"

Foto: Tino Schöning / dpa-Zentralbild / dpa

Sollte es nach neun Jahren Verzögerung nun wirklich klappen mit der Eröffnung des Pannen-Airports? Nach Angaben des Betreibers steht der Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER im Oktober 2020 jedenfalls nichts mehr im Wege. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sagte im Sonderausschuss des Brandenburger Landtags, alle erforderlichen Dokumente seien der Bauaufsichtsbehörde übergeben worden. Darunter seien auch zuletzt offene Prüfbescheinigungen des TÜV. Die Fachleute hatten noch Kabel für die Sicherheitsstromversorgung und die Sicherheitsbeleuchtung geprüft.

Die Inbetriebnahme sei noch nie so sicher gewesen wie heute, sagte Lütke Daldrup. "Bei der Inbetriebnahme im Oktober 2020 sehen wir keine Risiken."

Die Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens lässt seit 2011 auf sich warten. Sechs Inbetriebnahmetermine sind geplatzt, weil Baumängel, Technikprobleme und Planungsfehler den Start verhinderten. (Hören Sie hier die Podcast-Serie "Made in Germany - Das Flughafenfiasko BER".)

Hier finden Sie alle Folgen des Podcasts "Made in Germany - Das Flughafenfiasko BER"

Der Audible Original Podcast  "Made in Germany - Das Flughafenfiasko BER" rekonstruiert in sechs Episoden die Geschichte hinter dem gescheiterten Großprojekt. Journalist und Podcaster Christian Alt klärt gemeinsam mit SPIEGEL-Redakteur Andreas Wassermann auf, wie der Hauptstadtflughafen BER zur Pannenbaustelle wurde und welche Rolle Politiker und Manager dabei gespielt haben.

Der Audible Original Podcast "Made in Germany - Das Flughafenfiasko BER" ist eine Zusammenarbeit von Audible, DER SPIEGEL sowie Kugel und Niere.

Alle Folgen dieses Podcasts finden Sie bei Audible .

Die Coronakrise erleichtert durch den erzeugten Verkehrseinbruch Lütke Daldrup zufolge den Probebetrieb und die Inbetriebnahme. Der Probebetrieb im Terminal werde mit reduziertem Personal bei größtmöglichen Abständen ablaufen. "Wir haben noch ein bis zwei Prozent des Verkehrs", zog Lütke Daldrup den Vergleich zum sonst üblichen Geschäft an den bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld. Insgesamt würden an beiden Standorten etwa tausend Passagiere pro Tag gezählt. "Wir müssen damit rechnen, dass die Fluggastzahlen über mehrere Monate sehr gering bleiben werden."

Dissens über Tegel

Keine Garantie gibt es dem BER-Chef zufolge, dass das neue Terminal 2 zur Eröffnung im Oktober bereitsteht. Dort fehlt wegen der Coronakrise gut ein Viertel der Bauarbeiter aus Osteuropa. Möglicherweise bleiben auch manche Läden im BER-Hauptterminal zum Start verriegelt, wie Lütke Daldrup andeutete. Er schließe nicht aus, dass der eine oder andere Betreiber in Schwierigkeiten gerate, sagte er.

Der Flughafenchef schlug abermals vor, den Standort Tegel vorübergehend vom Netz zu nehmen und Berlin-Flüge nur noch in Schönefeld abzuwickeln. Damit ließen sich täglich 200.000 Euro einsparen. Bislang sperrt sich dagegen vor allem der Bund. Ende April ist eine weitere Sitzung der Gesellschafter geplant, zu denen außer dem Bund die Länder Berlin und Brandenburg zählen.

Lütke Daldrup warb darum, das Regierungsterminal in Schönefeld schnell in Betrieb zu nehmen. Bislang nutzt der Bund Tegel. Es sei allerdings seit Wochen keine Regierungsmaschine mehr geflogen, sagte der Flughafenchef. Deshalb sei das eine abstrakte Diskussion. Es sei besser, wenn die Flugbereitschaft bereits jetzt nach Schönefeld umziehe, als während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr.

fdi/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.