Brisantes Gutachten Zweifel an BER-Eröffnung 2017

Verschiebt sich die Eröffnung des Berliner Pannenflughafens weiter nach hinten? Medienberichten zufolge soll ein Gutachten Aufschluss geben - die Ergebnisse werden aber erst nach der Wahl in Berlin veröffentlicht.

Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg
DPA

Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg


Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg hat nach Informationen von "Bild am Sonntag" (BamS) eine externe Untersuchung des BER-Eröffnungstermins beauftragt. Das brisante Gutachten der Beratungsgesellschaft Netherlands Airport Consultans (NACO) wird aber erst nach der Berlin-Wahl bekannt gegeben.

Nach BamS-Recherchen flog BER-Chef Karsten Mühlenfeld vergangenen Freitag nach Holland, um sich das Urteil der Experten abzuholen. Mühlenfeld hatte das Gutachten erst vor rund zwei Monaten ohne EU-Ausschreibung in Auftrag gegeben. Sechs Wochen hatte NACO Zeit, um Führungskräfte teils stundenlang zu befragen. "Es wurde alles überprüft: die Bauabläufe und alle Inbetriebnahmeprozesse", sagt ein Mitarbeiter.

Dem Vernehmen nach signalisierte NACO dabei bereits massive Zweifel an einer Eröffnung 2017. Ähnlich verheerende Berichte von externen Projektfirmen wies der Flughafen in der Vergangenheit noch zurück. Ein Sprecher sagte, dass die Zusammenarbeit mit NACO zur "Vorbereitung" auf die Aufsichtsratssitzung im Oktober diene.

Offenbar ist auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) über das Gutachten informiert. Nach BamS-Informationen hatte Mühlenfeld sein Vorgehen mit Berlins zuständigem Staatssekretär Engelbert Lüdtke-Dahldrup abgestimmt. Eine Sprecherin erklärte, Müller habe bisher keine Kenntnis über Ergebnisse des Gutachtens.

asc



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